AT&T Aktie: Schuldenberg bremst Zahlenfeuerwerk
Höhere Gewinnziele und starke Kundenzuwächse treffen auf wachsende Nettoschulden und ein schwächeres GAAP-Ergebnis.

- Bereinigter Quartalsgewinn über Analystenerwartungen
- Gewinnziel für 2026 nach oben gesetzt
- Nettoschulden nach Frequenzkauf gestiegen
- Aktie zeitweise mehr als sechs Prozent niedriger
Alle Kennzahlen übertroffen, die Prognose angehoben, und trotzdem rutscht die Aktie deutlich ab. Im frühen US-Handel verlor sie zeitweise mehr als sechs Prozent und notierte bei rund 22 Dollar. Anleger blicken offenbar weniger auf das Quartal als auf Bilanz und Wettbewerb.
Starke Zahlen, klare Anhebung
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im dritten Quartal bei 0,65 Dollar, erwartet worden waren 0,60 Dollar. Der Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar. Die Erlöse aus Dienstleistungen wuchsen um 3,8 Prozent, so stark wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr.
Für 2026 peilt der Konzern nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von rund 2,40 Dollar an, bisher waren 2,25 bis 2,35 Dollar angepeilt. Beim freien Cashflow rechnet das Management mit mindestens 18 Milliarden Dollar.
Operativ lief vor allem das Bündelgeschäft. Der Konzern gewann 442.000 Glasfaser- und 327.000 Funk-Heimanschlüsse hinzu, beides Rekordwerte. Gut 42 Prozent der Haushalte mit Internetvertrag buchen auch Mobilfunk.
Warum der Markt zögert
Die GAAP-Zahlen fallen schwächer aus: Unter dem Strich blieben 855 Millionen Dollar nach 9,3 Milliarden im Vorjahr. Belastet haben unter anderem eine Abschreibung von 2,6 Milliarden Dollar auf das Mexiko-Geschäft und Abfindungskosten.
Schwerer wiegt die Verschuldung. Der Kauf von Frequenzen von EchoStar trieb die Nettoverschuldung von 126,4 auf 149,8 Milliarden Dollar. Das Verhältnis zum bereinigten EBITDA stieg von 2,68 auf 3,13. Marktbeobachter werten das als Dämpfer für die finanzielle Flexibilität, auch wenn das Management mit sinkender Quote rechnet.
Hinzu kommt der Mobilfunk, die am genauesten beobachtete Kennzahl. Die 379.000 neuen Postpaid-Telefonkunden entsprachen exakt den Erwartungen. Dabei wächst der Druck durch Funk-Heimnetze und Satellitenanbieter. CEO John Stankey hält dagegen: In dicht besiedelten Gebieten könnten Rivalen das Angebot aus Glasfaser und 5G nicht erreichen.
Was als Nächstes zählt
Ein weiterer Streitpunkt ist der durchschnittliche Erlös je Glasfaserkunde. Das Management erwartet im vierten Quartal einen Rückgang um etwa vier Prozent, Wachstum soll vor allem aus neuen Kunden kommen.
Die Aktie liegt nun im unteren Bereich ihrer Jahresspanne. Konkrete Hinweise auf eine Neubewertung wären steigende Gewinnschätzungen, die bisher kaum auf die Anhebung reagiert haben. Der nächste Test folgt mit dem Bericht zum vierten Quartal, vermutlich im Januar. Dann muss der Konzern auch zeigen, wie er den Schuldenstand zurückführen will, während er weiterhin rund 100 Prozent des freien Cashflows an Aktionäre ausschütten will.
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