Auftragsschwund beim Schweizer Technologie-Konzern ABB gestoppt

Der Schweizer Technologie-Konzern ABB hat seinen Abwärtstrend im vierten Geschäftsquartal vorerst gestoppt. Dies liegt vor allem an einer Steigerung des Auftragsbestands und des rigiden Sparkurses des Unternehmenslenkers.

Zum Vorjahr seien auf vergleichbarer Basis neue Aufträge im Volumen von knapp 8,3 Mrd. Dollar eingegangen. Das sind 3 % mehr als noch vor Jahresfrist. Gestützt wird dieses Ergebnis durch Großaufträge, die bei 15 Mio. Dollar und mehr liegen. Sie stiegen im vierten Quartal um 35 % an. Die Aufträge im Bereich Service und Software erhöhten sich im Vergleich zum vierten Quartal 2015 ebenfalls um 4 %.

Weitere Hoffnungen setzt Konzernchef Ulrich Spiesshofer auf die USA. Denn hier hätten die Aufträge zuletzt neben China und Deutschland besonders stark zugenommen. Zugute kommen hier dem weltgrößten Anbieter von Stromnetzen auch die angekündigten Infrastrukturoffensiven der US-Regierung.

ABB-Umsatz konstant

Der ABB-Umsatz blieb im letzten Quartal konstant bei knapp 9 Mrd. Dollar. Denn Zuwächse in den Bereichen Stromnetze und Elektrifizierungsprodukte konnten die rückläufigen Zahlen der Industrie- sowie der Prozessautomation weiter kompensieren. „Dank der starken Performance der Division Stromnetze sind wir im vierten Quartal trotz des schwierigen Marktumfelds gewachsen“, erklärte Spiesshofer.

Dank seines rigiden Sparkurses hat sich der Nettogewinn des Siemens-Rivalen auf 489 Mio. Dollar nach 204 Mio. in 2015 mehr als verdoppelt. „2016 haben wir bei der Transformation unserer ABB zu einem kundenorientierteren, schlankeren Vorreiter der industriellen Digitalisierung beträchtliche Fortschritte erzielt.“ Vom gesteigerten Gewinn und der Umgestaltung werden auch die Aktionäre profitieren. Sie sollen 76 Rappen je Aktie bekommen, was 2 Rappen mehr sind als noch bei der letzten Ausschüttung und die achte Dividendenerhöhung in Folge.

Ausblick: 2017 Übergangsjahr für ABB

Kurzfristig signalisieren die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ein durchwachsenes Szenario mit Unsicherheiten für den Konzern. Für China wird bei ABB weiteres Wachstum erwartet. Man vermutet außerdem, dass die globalen Märkte z.B. durch den Brexit und geopolitische Spannungen weiter belastet würden.

Der Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung werden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen. Angesichts dieser Entwicklungen und der laufenden Umgestaltung des Konzerns geht die Führungsspitze davon aus, dass 2017 für den Konzern ein Übergangsjahr wird. Die langfristigen Wachstumschancen des Hauses seien allerdings intakt.

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