Aumann Aktie: Next Automation steigert Bestellungen

Aumann verlagert den Geschäfts­schwerpunkt, hält die Marge trotz Umsatzrückgangs stabil und bestätigt die Prognose für 2026 mit solider Liquidität.

Die Kernpunkte:
  • Next Automation steigert Bestellungen um 72,1 Prozent
  • E-Mobility-Auftragseingang sinkt auf 27,7 Millionen Euro
  • Halbjahresumsatz fällt auf 70,6 Millionen Euro
  • Montega startet Kaufempfehlung mit 21-Euro-Ziel

Nachdem die Aktionäre der Aumann AG am vergangenen Mittwoch die Auszahlung ihrer Dividende verbuchen konnten, rückt die fundamentale Neuausrichtung des Unternehmens wieder in den Mittelpunkt.

Mit dem Zufluss von insgesamt 1,11 Euro pro Aktie – bestehend aus einer Basisdividende von 0,25 Euro und einer Sonderausschüttung von 0,86 Euro – markiert der Termin den Abschluss eines für die Anleger ertragreichen Prozesses. Gestern schloss das Papier im Handel bei 13,70 Euro.

Fokusverschiebung in den Auftragsbüchern

Hinter den Kulissen vollzieht der Spezialist für Automatisierungslösungen derzeit eine deutliche Transformation. Während das Segment E-Mobility, das lange Zeit als wichtigster Wachstumstreiber galt, vor gut drei Wochen einen Rückgang beim Auftragseingang auf 27,7 Millionen Euro vermeldete, hat sich das Profil des Geschäftsbereichs „Next Automation“ signifikant geschärft. In diesem Bereich, der Branchen wie Aerospace, Clean Tech und Life Sciences bedient, stiegen die Bestellungen um 72,1 % auf 37,7 Millionen Euro.

Diese Entwicklung führt dazu, dass Next Automation inzwischen mehr als die Hälfte des gesamten Auftragsbestands ausmacht, der sich zuletzt auf 115,4 Millionen Euro belief. Das Unternehmen reagiert damit auf die veränderte Marktdynamik und positioniert sich breiter als branchenübergreifender Anbieter, um die Abhängigkeit von einzelnen Sektoren zu verringern.

Finanzielle Stabilität trotz Umsatzrückgang

Der Halbjahresbericht, der vor gut drei Wochen veröffentlicht wurde, verdeutlichte die aktuellen Herausforderungen im operativen Geschäft. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 108,3 Millionen Euro auf 70,6 Millionen Euro.

Dennoch gelang es Aumann, die EBITDA-Marge stabil bei 10,5 % zu halten. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 7,4 Millionen Euro, während unter dem Strich ein Konzerngewinn von 3,7 Millionen Euro verblieb.

Trotz des Umsatzrückgangs bekräftigte die Unternehmensführung vor rund zwei Wochen die Jahresziele für 2026. Gerechnet wird weiterhin mit einem Jahresumsatz von rund 160 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 6 und 8 %.

Gestützt wird diese Zuversicht durch eine solide Bilanz: Die liquiden Mittel beliefen sich zum Halbjahr auf 158,2 Millionen Euro, bei einer Eigenkapitalquote von 62,2 %. Diese Liquidität verschafft Aumann Spielraum für künftige Investitionen und mögliche Zukäufe (M&A).

Kontinuität in der Führungsebene

Parallel zum strukturellen Wandel setzt das Unternehmen auf personelle Beständigkeit. Der Aufsichtsrat hat bereits die Weichen für die kommenden Jahre gestellt und die Verträge von CEO Sebastian Roll sowie CFO Jan-Henrik Pollitt vorzeitig um fünf Jahre bis zum Sommer 2031 verlängert. Diese Entscheidung wird am Markt als Signal für eine langfristig angelegte Strategie gewertet.

Auch von Analystenseite gab es zuletzt positive Impulse. Am 24. August starteten die Experten der Montega AG die Abdeckung der Aktie mit einer Kaufempfehlung und riefen ein Kursziel von 21,00 Euro auf. Die Analysten verwiesen dabei insbesondere auf die starke Nettoliquidität und das Potenzial der Neuausrichtung. Die Aktie weist seit Jahresanfang ein Plus von 12 % auf, womit zum 52-Wochen-Hoch aktuell noch ein Abstand von 15 % besteht.

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