Aurubis Aktie: 374 Millionen Euro EBT
Aurubis hebt operative Ziele an, doch Anleger zeigen sich enttäuscht. Verzögerungen in den USA bremsen den Spielraum für weitere Prognoseanhebungen.

- Operatives EBT steigt auf 374 Mio. Euro
- Prognose für Gesamtjahr präzisiert
- US-Werk Richmond verzögert sich
- Analysten passen Kursziele an
Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis hat nach Vorlage der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Fiskaljahres 2025/26 seine Erwartungen für das Gesamtjahr präzisiert. Trotz einer deutlichen Ergebnissteigerung im operativen Geschäft und einer Verengung der Gewinnspanne nach oben reagierte der Kapitalmarkt verhalten.
Anleger nutzten die Nachrichtenlage für Gewinnmitnahmen, da einige Marktteilnehmer angesichts des hohen Metallpreisniveaus auf eine noch stärkere Anhebung der Prognose gehofft hatten.
Operative Stärke durch Metallpreise und Recycling
In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres profitierte Aurubis maßgeblich von einem vorteilhaften Marktumfeld. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte in diesem Zeitraum auf 374 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 286 Millionen Euro erzielt worden waren. Auch das operative EBITDA zeigte eine positive Tendenz und stieg von 462 Millionen Euro auf nunmehr 570 Millionen Euro.
Als wesentliche Treiber dieser Entwicklung nannte das Unternehmen neben den gestiegenen Metallpreisen auch gute Beiträge aus dem Recycling-Bereich. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 stellt Aurubis nun ein operatives EBT am oberen Ende der bisher kommunizierten Spanne von 425 Millionen Euro bis 525 Millionen Euro in Aussicht. Die Zielgröße für die operative Gesamtkapitalrendite (ROCE) wurde zwischen 10 % und 12 % bestätigt.
Verzögerungen in den USA dämpfen die Erwartungen
Trotz der robusten Zwischenbilanz gibt es Faktoren, die den Spielraum für weitere Optimierungen begrenzen. Laut Reuters verwies Aurubis auf Verzögerungen beim Hochlauf des neuen US-Werks in Richmond. Diese operativen Hürden dämpften den Spielraum für eine über das obere Ende der Spanne hinausgehende Prognoseanhebung.
Medienberichten zufolge hatten einige Investoren darauf spekuliert, dass die hohen Kupferpreise die Effekte aus den Verzögerungen in den USA überkompensieren könnten, was sich jedoch nicht in der aktuellen Unternehmensplanung niederschlug.
Die Aktie, die seit Jahresanfang bereits um 41,48 % zulegen konnte, ging am gestrigen Montag mit einem Schlusskurs von 174,30 € aus dem Handel. Damit notiert das Papier aktuell rund 22,19 % unter seinem am 4. Juni erreichten 52-Wochen-Hoch von 224,00 €.
Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen
Im Nachgang der Quartalsmitteilung haben mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Warburg Research senkte am vergangenen Donnerstag das Kursziel für die Aurubis-Aktie minimal von 212 Euro auf 211 Euro, behielt jedoch die Einstufung auf „Buy“ bei. Der Analyst verwies dabei auf die soliden Quartalszahlen als Basis für die Bestätigung.
Einen vorsichtigeren Ton schlug die DZ Bank an, die am vergangenen Freitag den fairen Wert für die Aktie auf 173 Euro reduzierte und das Papier weiterhin auf „Halten“ beließ. Auch andere Institute wie die UBS oder Deutsche Bank Research bestätigten in den vergangenen Tagen ihre neutralen Einschätzungen.
Die Experten sind sich weitgehend einig, dass die positiven operativen Impulse derzeit weitgehend eingepreist sind und die Unsicherheiten um den Standort Richmond kurzfristig als Bremsklotz fungieren könnten.
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