Aurubis Aktie: EBT springt 160 Prozent auf 149 Millionen
Aurubis verzeichnet starkes EBT-Wachstum von 160 Prozent, verschiebt aber die Inbetriebnahme des US-Recyclingwerks um sechs Monate.

- Operatives EBT steigt um 160 Prozent
- Umsatz wächst um 40 Prozent
- Prognose für Gesamtjahr angehoben
- US-Recyclingprojekt startet später
Der Hamburger Kupferkonzern Aurubis blickt auf ein erfolgreiches drittes Quartal zurück und steuert auf das obere Ende seiner Gewinnziele für das Gesamtjahr zu.
Trotz einer operativ starken Entwicklung beim Ergebnis und Umsatz sieht sich das Unternehmen jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung bei einem seiner wichtigsten Wachstumsvorhaben konfrontiert. Das US-Recyclingprojekt in Richmond wird später als ursprünglich geplant vollständig in Betrieb gehen.
Operativer Gewinnsprung im dritten Quartal
Am 6. August veröffentlichte Aurubis die Ergebnisse für das dritte Quartal 2025/26, die ein deutliches Wachstum der Ertragskraft belegen. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 160 Prozent auf 149 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 57 Millionen Euro gelegen. Auch beim Umsatz verzeichnete der Konzern einen massiven Zuwachs um 40 Prozent auf 6,45 Milliarden Euro. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres summiert sich der operative Gewinn damit auf 374 Millionen Euro.
Infolge dieser Entwicklung präzisierte das Management die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26. Das Unternehmen erwartet nun ein operatives EBT am oberen Ende der bisherigen Spanne, die zwischen 425 Millionen Euro und 525 Millionen Euro liegt. Die operative Widerstandsfähigkeit im Multimetallgeschäft erwies sich dabei als entscheidender Faktor, um Herausforderungen wie etwa niedrigere Schmelzlöhne auszugleichen.
Zeitplan für US-Recyclingwerk in Richmond korrigiert
Parallel zu den positiven Finanzzahlen gab das Unternehmen bekannt, dass sich der Hochlauf des neuen Recyclingprojekts im US-amerikanischen Richmond verzögert.
Die Inbetriebnahme der ersten Phase verschiebt sich demnach um sechs Monate in das Geschäftsjahr 2026/27. Diese Verzögerung beim strategisch wichtigen US-Standort gilt am Markt als Wermutstropfen des jüngsten Geschäftsberichts, da das Werk ein zentraler Pfeiler der internationalen Wachstumsstrategie im Bereich Metall-Recycling ist.
Ungeachtet dieser Verschiebung treibt Aurubis andere Infrastrukturprojekte weiter voran. Am 6. August bezog der Konzern offiziell seine neue Hauptzentrale am Brooktorkai in der Hamburger HafenCity. Zudem wurde bereits im Juli die Anlage „Complex Recycling Hamburg“ eingeweiht, welche die Kapazitäten am Heimatstandort erweitert.
In der Führungsebene gibt es ebenfalls personelle Neuerungen: Inge Hofkens, Vorstandsmitglied für den Bereich Multimetal Recycling, wurde zur Präsidentin des Branchenverbands European Metals gewählt.
Analysten reagieren auf angepasste Wachstumspläne
Die Verschiebung des Richmond-Projekts führte in der vergangenen Woche zu einer Reihe von Kurszielanpassungen durch Bankhäuser. Analysten von Warburg Research senkten am 10. August das Kursziel geringfügig von 212 Euro auf 211 Euro, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei. Sie verwiesen auf die Enttäuschung über den verlängerten Hochlauf des US-Werks, lobten jedoch die insgesamt solide operative Basis.
Am vergangenen Freitag bestätigte die Deutsche Bank ihre Einstufung mit „Hold“, reduzierte den fairen Wert der Aktie jedoch von 178 Euro auf 177 Euro.
Auch andere Marktbeobachter passten ihre Erwartungen nach unten an und bezeichneten die Richmond-Verzögerung als den entscheidenden negativen Aspekt des aktuellen Quartalsberichts. Zudem meldete das Unternehmen am 7. August eine Veränderung der Beteiligungsverhältnisse im Rahmen einer Stimmrechtsmitteilung.
An der Börse spiegelte sich die gemischte Nachrichtenlage zuletzt in einer moderaten Korrektur wider. Die Aktie beendete den Handel am vergangenen Freitag bei 168,00 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 7,6 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage.
Dennoch zeigt die langfristige Entwicklung eine positive Tendenz: Seit Beginn des Kalenderjahres hat das Papier um 36 Prozent an Wert gewonnen. Die Marktkapitalisierung des Hamburger Konzerns beläuft sich derzeit auf 7,32 Milliarden Euro.
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