Aurubis Aktie: Rekordprämie als Gegenpol?
Deutsche Bank Research kürzt Gewinnprognosen für 2026 und 2027; die gemeldete Kupferprämie bleibt eine unbestätigte Forderung.

- Kursziel von 177 auf 169 Euro reduziert
- Einstufung „Hold“ bleibt unverändert
- Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 gesenkt
- Aurubis fordert 347 US-Dollar je Tonne
Bei Aurubis stehen höheren Preisforderungen vorsichtigere Gewinnerwartungen gegenüber. Deutsche Bank Research senkte am Mittwoch das Kursziel und die Gewinnprognosen wegen des anspruchsvoller als erwartet verlaufenden Hochlaufs in Richmond. Damit rückt die Umsetzung im neuen Werk in den Mittelpunkt der Bewertung. Die von Reuters berichtete Rekordforderung für die europäische Kupferprämie liefert einen Gegenpol, ist aber keine bestätigte Ergebnisverbesserung.
Deutsche Bank setzt Erwartungen niedriger an
Analyst Bastian Synagowitz reduzierte das Kursziel von 177 auf 169 Euro. Die Einstufung beließ Deutsche Bank Research bei „Hold“. Ausschlaggebend war unter anderem der Hochlauf des neuen Werks in Richmond, der sich nach seiner Einschätzung schwieriger gestaltet als erwartet.
Die unveränderte Empfehlung und das niedrigere Kursziel setzen unterschiedliche Akzente: Das Anlageurteil wurde nicht verschärft, die Bewertung jedoch zurückgenommen. Für Anleger ist deshalb vor allem die Begründung relevant. Synagowitz knüpft seine vorsichtigere Einschätzung an die operative Entwicklung eines konkreten Standorts.
Zugleich senkte der Analyst seine Prognosen für den Vorsteuergewinn 2026 und 2027. Seine Anpassung betrifft damit beide genannten Jahre und nicht nur eine einzelne Berichtsperiode.
Rekordprämie ist noch kein Ergebnisbeleg
Auf der Preisseite verfolgt Aurubis dagegen einen ambitionierten Ansatz. Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen einer Forderung gegenüber Kunden und bereits gesicherten Konditionen.
Reuters berichtete am 14. Oktober unter Berufung auf drei Marktquellen, Aurubis verlange für 2027 eine Rekordprämie von 347 US-Dollar je Tonne raffiniertem Kupfer.
Aurubis kommentierte die Prämie nicht. Der Bericht belegt daher eine Preisforderung, nicht deren erfolgreiche Durchsetzung. Ebenso wenig lässt sich daraus ableiten, dass mögliche Belastungen beim Hochlauf in Richmond ausgeglichen werden. Preisambition und operative Umsetzung bleiben zwei getrennte Bewertungsfragen.
Geschäftsbericht als nächster Prüfpunkt
Für den 02.12.2026 ist die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025/26 angekündigt. Dieser Termin bildet den nächsten konkreten Anker für die Einordnung der Geschäftsentwicklung.
Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Gewichtung: Die jüngste Analystenaktion verweist auf Risiken bei der Umsetzung. Der Prämienbericht beschreibt dagegen eine Chance auf der Preisseite, deren Realisierung nicht bestätigt ist. Eine belastbare Bewertung muss beides auseinanderhalten. Eine hohe Preisforderung allein widerlegt die vorsichtigere Gewinneinschätzung nicht.
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