Aurubis Aktie: Zahlen überzeugen, Kurs nicht
Aurubis überzeugt mit starkem Gewinnwachstum und angehobener Jahresprognose, doch der Aktienkurs fällt aufgrund von Gewinnmitnahmen.

- Operativer Gewinn steigt um 22 Prozent
- Jahresprognose um 50 Millionen Euro angehoben
- Iran-Konflikt könnte Schwefelsäurepreise beeinflussen
- Großinvestitionen schreiten planmäßig voran
Starke Quartalszahlen, angehobene Prognose — und trotzdem ein Minus an der Börse. Aurubis lieferte zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 ein klares Ergebnisplus, doch der Markt quittierte die Nachricht mit Gewinnmitnahmen.
Das operative Ergebnis vor Steuern kletterte im zweiten Quartal auf 121 Millionen Euro — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 15 Prozent über dem ersten Quartal. Der Umsatz legte um 21 Prozent auf 6,04 Milliarden Euro zu. Auch das operative Ergebnis nach Steuern zog deutlich an: 94 Millionen Euro nach 76 Millionen im Vorjahr, das entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent.
Prognoseerhöhung kommt nicht überraschend
Für das Gesamtjahr 2025/26 erwartet Aurubis nun ein operatives EBT zwischen 425 und 525 Millionen Euro. Zuvor lag die Spanne bei 375 bis 475 Millionen Euro — eine Anhebung um jeweils 50 Millionen Euro an beiden Enden. Beim operativen ROCE peilt das Unternehmen künftig 10 bis 12 Prozent an, nach bislang 9 bis 11 Prozent.
Treiber des verbesserten Ausblicks sind ein gestiegenes Metallergebnis — vor allem durch höhere Edelmetallpreise —, höhere Schwefelsäureerlöse sowie wachsende Einnahmen aus der Recyclingverarbeitung. Belastet haben hingegen deutlich niedrigere Schmelz- und Raffinierlöhne sowie höhere planmäßige Abschreibungen infolge der laufenden Investitionsprojekte.
Am Markt hielten sich die Reaktionen dennoch in Grenzen. Händlerkommentare machten deutlich, dass die Prognoseanhebung angesichts zuletzt gestiegener Metallpreise kaum überraschte — „keine große Sache“ war die knappe Einschätzung aus dem Handel. Die Aktie, die am Freitag nach einer Vorankündigung kurzzeitig ein Rekordhoch erklomm, schloss heute mit einem Minus von 3,2 Prozent.
Iran-Konflikt als Joker für Schwefelsäure
Ein eher ungewöhnlicher Faktor rückt mittelfristig in den Fokus: der Iran-Krieg. Direkte Auswirkungen auf das operative Geschäft erwartet Aurubis kaum — der Nahe Osten spielt als Absatzmarkt für Metalle und Schwefelsäure keine nennenswerte Rolle. Anders könnte es beim Angebot aussehen.
Durch Störungen in Schwefel-Lieferketten aus der Krisenregion könnte das globale Schwefelsäureangebot im zweiten Geschäftshalbjahr sinken. Trifft das auf eine stabile Nachfrage aus der europäischen Chemie- und Düngemittelbranche, könnte Aurubis als einer der größten Schwefelsäureproduzenten Europas davon profitieren — über höhere Preise für das Kupferproduktions-Nebenprodukt.
Investitionsprogramm auf der Zielgeraden
Von dem genehmigten strategischen Investitionsvolumen von rund 1,7 Milliarden Euro seit 2021 wurden bereits rund 1,5 Milliarden Euro — knapp 90 Prozent — umgesetzt. Das Projekt Complex Recycling Hamburg nahm nach der ersten Schmelze im März 2026 den Hochlaufbetrieb auf. In den USA befindet sich die erste Multimetall-Recyclinghütte in Richmond in schrittweiser Inbetriebnahme. Die Erweiterung der Kupfer-Elektrolyse in Bulgarien mit einer Kapazitätssteigerung um rund 50 Prozent auf 340.000 Tonnen jährlich soll im Sommer 2026 in Betrieb gehen. Ab dem Geschäftsjahr 2028/29 erwartet Aurubis aus diesen Projekten einen zusätzlichen EBITDA-Beitrag von rund 260 Millionen Euro jährlich.
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