AUTO1 Group Aktie: EBITDA wächst 38,4 Prozent

Trotz zweistelligem Absatz- und Umsatzplus im Q2 belastet die unveränderte Jahresprognose die AUTO1-Aktie. Analysten zeigen sich uneins.

Die Kernpunkte:
  • Absatz und Umsatz zweistellig gesteigert
  • Jahresprognose nicht angehoben
  • Aktie verliert deutlich an Wert
  • Analysten bewerten Ausblick unterschiedlich

AUTO1 Group verzeichnete am 29. Juli eine deutliche Ausweitung des Geschäftsbetriebs, sieht sich am Kapitalmarkt jedoch mit einer verhaltenen Reaktion konfrontiert. Das Unternehmen steigerte im zweiten Quartal sowohl den Absatz als auch den Umsatz zweistellig.

Dennoch löste der Verzicht auf eine Anhebung der Jahresprognose sowie ein vorsichtigerer Ausblick für das Endkundengeschäft Kursverluste aus. Am heutigen Montag gibt das Papier weiter nach und notiert bei 21,08 Euro, was einem Minus von 3,21 % entspricht.

Operative Kennzahlen im zweiten Quartal

Im Zeitraum von April bis Juni konnte der Gebrauchtwagenhändler seine Marktanteile weiter ausbauen. Der Absatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 20 % auf 240.298 Einheiten. Den Umsatz bezifferte das Unternehmen auf 2,4 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment Merchant für den gewerblichen Handel, in dem 206.883 Fahrzeuge umgeschlagen wurden.

Parallel dazu verbesserte sich die Profitabilität deutlich. Das bereinigte EBITDA stieg um 38,4 % auf 58,6 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 2,4 % nach 2,1 % im Vorjahresquartal. Im Retail-Bereich unter der Marke Autohero konnte das Unternehmen zudem den Rohertrag pro Fahrzeug (GPU) auf 2.503 Euro steigern. Insgesamt wurden über diesen Kanal 33.415 Fahrzeuge verkauft, was einem Zuwachs von mehr als 40 % entspricht.

Analystenreaktionen und Prognosestatus

Trotz der operativen Zuwächse blieb eine positive Überraschung für den Kapitalmarkt aus. Medienberichten zufolge sorgte vor allem die Entscheidung der Geschäftsführung für Enttäuschung, die Jahresprognose trotz des starken ersten Halbjahres lediglich zu bestätigen statt anzuheben.

Jefferies-Analysten merkten kritisch an, dass die Ergebnisse den Marktkonsens übertroffen hätten, die vorsichtige Haltung des Managements beim Ausblick jedoch Fragen aufwerfe.

Die Analysten von J.P. Morgan bestätigten am 29. Juli ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 37,00 Euro. Wolfgang Specht vom Bankhaus Berenberg bewertete die Lage zurückhaltender. Er beließ die Einstufung am Folgetag auf „Hold“ mit einem Kursziel von 25,00 Euro. Laut dpa-AFX sieht er die Erwartungen zwar weitgehend erfüllt, verwies jedoch auf den ausbleibenden neuen Impuls für den Aktienkurs durch eine mögliche Prognoseanhebung.

Investorenbewegungen und Ausblick

Im Umfeld der Quartalsberichterstattung kam es zu Bewegungen im Aktionärskreis. Am Freitag veröffentlichte AUTO1 Group mehrere Stimmrechtsmitteilungen gemäß der gesetzlichen Mitteilungspflichten. Diese dokumentieren Positionsveränderungen institutioneller Anleger, die nach der Vorlage der Kennzahlen ihre Bestände angepasst haben. Bereits am 31. Juli wurden ähnliche Verschiebungen bekannt, als verschiedene Meldeschwellen durch Investoren erreicht oder überschritten wurden.

Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seinen Zielen fest. Geplant ist ein Absatz von 940.000 bis einer Million Fahrzeugen bei einem Bruttogewinn zwischen 1,1 Milliarden und 1,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA wird weiterhin in einer Spanne von 250 Millionen bis 275 Millionen Euro erwartet.

Die Skepsis der Marktteilnehmer drückt sich derweil in der bisherigen Jahresperformance aus: Seit Beginn des Jahres verlor der Titel 22,78 % an Wert. Anleger blicken nun auf den 2. September, wenn der vollständige Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht werden soll.

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