AXT Aktie: 12-Prozent-Sturz auf 50,76 Euro

First Principles Partners stuft AXT auf Sell mit 45 US-Dollar Kursziel ein, während Aufträge und Lieferverträge die Nachfrage stützen.

Die Kernpunkte:
  • First Principles Partners startet mit Sell
  • AXT-Aktie verliert zwölf Prozent
  • Auftragsbestand über 100 Millionen US-Dollar
  • Liefervertrag mit Lumentum bis 2031

Am Freitag hat First Principles Partners die Coverage von AXT mit einem „Sell“-Rating und einem fairen Wert von 45,00 US-Dollar aufgenommen. Die Analysten begründen ihre skeptische Einschätzung mit nicht nachhaltigen Bruttomargen und Wettbewerbsnachteilen im Zuge der Branchenverschiebung hin zu 6-Zoll-Wafern aus Indiumphosphid (InP).

Zeitgleich meldeten Medienberichte eine frische Herabstufung auf „Sell“, die auf die zuletzt gestiegene Bruttomarge von 44,9 Prozent verweist – diese könnte durch vertragliche Preisobergrenzen und nachlassende Materialknappheit nur vorübergehend sein.

Die Aktie reagierte deutlich: Der Kurs fiel am Freitag um 12 Prozent auf 50,76 Euro. Damit liegt das Papier rund 61 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 128,55 Euro, das erst im Mai erreicht wurde.

Der Ausverkauf traf allerdings nicht nur AXT allein – auch Wettbewerber wie Lumentum, Coherent und Applied Optoelectronics gaben spürbar nach, was auf eine sektorweite Gewinnmitnahmewelle in der Lieferkette für Indiumphosphid und optische Netzwerktechnik hindeutet.

Fundamentaldaten sprechen bislang eine andere Sprache

Die skeptischen Analystenstimmen stehen im Kontrast zu den operativen Zahlen, die AXT zuletzt vorgelegt hat. Im Formular 10-Q für das zweite Quartal, das Ende Juni endete, bestätigte das Unternehmen einen Rekord-Auftragsbestand für InP-Substrate von über 100 Millionen US-Dollar.

Für das dritte Quartal 2026 hat AXT einen Umsatz von rund 66 Millionen US-Dollar sowie ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar in Aussicht gestellt.

Untermauert wird die positive Nachfragesituation durch einen langfristigen Liefervertrag mit Lumentum, der bis Dezember 2031 läuft und eine anfängliche Kapazitätsreservierung von 43,5 Millionen US-Dollar seitens Lumentum umfasst. Hinzu kommt eine laut Berichten schwere globale Knappheit bei Indiumphosphid-Substraten und Epitaxie-Wafern, die für das vierte Quartal Preiserhöhungen von mehr als 10 Prozent erwarten lässt.

Der Markt bleibt gespalten

Genau in diesem Spannungsfeld zwischen struktureller Nachfrage und Bewertungsskepsis bewegt sich die Aktie derzeit. Der Kurs notiert mit 50,76 Euro rund 9,6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 56,13 Euro – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Dynamik nach der starken Rally der vergangenen Monate ins Stocken geraten ist.

AXT selbst zeigt sich derweil aktiv im Austausch mit Investoren: Das Unternehmen präsentierte kürzlich auf der 7. jährlichen Needham Virtual Semiconductor & SemiCap 1×1 Conference die Nachfrage der KI-Rechenzentren nach InP-Substraten und kündigte die Teilnahme an weiteren Finanzkonferenzen im dritten Quartal 2026 an.

Ob die frische Sell-Einstufung von First Principles Partners den Auftakt einer nachhaltigen Neubewertung markiert oder lediglich eine Gegenposition zu den optimistischen operativen Daten darstellt, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen, wenn sich klärt, wie belastbar die aktuellen Margen tatsächlich sind.

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