AXT Aktie: 406,61 Prozent seit Jahresbeginn

AXT meldet dank KI-Nachfrage starke Quartalszahlen, hebt Prognose an und sichert sich Großauftrag von Lumentum.

Die Kernpunkte:
  • KI-Nachfrage treibt Aktie um 56%
  • Umsatzplus von 164 Prozent
  • Prognose für Q3 deutlich angehoben
  • Langfristiger Wafer-Liefervertrag mit Lumentum

Die Rückkehr in die Gewinnzone und eine massive Nachfrage aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) haben der Aktie von AXT in den vergangenen Tagen zu einem deutlichen Kursaufschwung verholfen. Allein in der laufenden Woche legte das Papier um rund 56 Prozent zu. Am gestrigen Donnerstag schloss die Aktie bei 65,10 Euro, was einem Tagesplus von 9,60 Prozent entspricht. Damit summiert sich die Wertsteigerung seit Jahresbeginn auf 406,61 Prozent.

Rekordnachfrage und verbesserte Prognose

Das Unternehmen meldete am 30. Juli für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 47,6 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einer Steigerung von 164 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) lag mit 0,19 US-Dollar signifikant über den Markterwartungen, die zuvor bei 0,07 US-Dollar angesiedelt waren. Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung erwies sich eine Rekordnachfrage nach Indiumphosphid-Substraten, die verstärkt in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen.

Für das dritte Quartal 2026 blickt das Management nun noch optimistischer in die Zukunft und prognostiziert einen Umsatz von rund 66 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll sich demnach in einer Spanne zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar bewegen. Auch diese Werte liegen deutlich über den bisherigen Schätzungen der Analysten.

Langfristige Kapazitätsreservierung durch Lumentum

Flankiert wird der positive Ausblick durch eine strategische Vereinbarung mit Lumentum Operations LLC. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, schlossen die beiden Unternehmen am 29. Juli einen langfristigen Vertrag zur Kapazitätsreservierung für Indiumphosphid-Wafer ab. Die Vereinbarung läuft bis zum 31. Dezember 2031. Im Rahmen dieses Abkommens wird Lumentum zwei Anzahlungen in Höhe von jeweils 43,5 Millionen US-Dollar leisten. Diese Gesamtsumme von 87 Millionen US-Dollar soll später mit den tatsächlichen Lieferungen verrechnet werden.

Die positiven Geschäftszahlen und der Großauftrag veranlassten mehrere Analysehäuser zu Neueinstufungen. Charles Shi von Needham stufte die Aktie am 31. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel auf 90 US-Dollar. Tim Savageaux von Northland Securities bekräftigte bereits am 30. Juli seine Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 125 US-Dollar. Damit gehört er zu den optimistischsten Stimmen am Markt, während B. Riley Securities das Ziel am 31. Juli moderater von 52 auf 55 US-Dollar anhob.

Milliardenschweres Polster und Insider-Verkäufe

Finanziell steht AXT auf einem soliden Fundament. Zum 30. Juni 2026 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und Investitionen in Höhe von 749 Millionen US-Dollar. Dieses Polster resultiert maßgeblich aus einer Kapitalerhöhung im April, die einen Bruttoerlös von 632,5 Millionen US-Dollar einspielte.

Trotz der operativen Erfolge verzeichnete das Unternehmen gestern Meldungen über umfangreiche Insider-Aktivitäten. In den vergangenen drei Monaten veräußerten Insider Aktien im Gesamtwert von 29,2 Millionen US-Dollar. Im gleichen Zeitraum wurden keine Zukäufe durch das Management oder Board-Mitglieder registriert.

Auf der Führungsebene gab es ebenfalls Veränderungen: Am 22. Juli wurde Jia-Bin Duh in das nun sechsköpfige Board of Directors berufen. Zudem passte das Unternehmen seine Satzung an, um die Beschlussfähigkeit bei Hauptversammlungen zu erleichtern. Künftig reicht eine Präsenz von 33,3 Prozent der ausstehenden Aktien aus, statt wie bisher die absolute Mehrheit.

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