AXT Aktie: 70,44 Prozent Crash seit Mai-Hoch
AXT-Aktie fällt 70% vom Hoch, da Tochter Börsengang in Shanghai stoppt und Management Anteile verkauft.

- Kurssturz von 70% seit Mai-Hoch
- Tochter gibt Shanghai-IPO-Pläne auf
- CEO und CFO verkaufen Aktienpakete
- Quartalszahlen am 30. Juli erwartet
Nach einer rasanten Rallye in der ersten Jahreshälfte sieht sich der Halbleiterspezialist AXT derzeit mit einer massiven Kurskorrektur konfrontiert. Obwohl die Aktie seit Jahresanfang noch immer ein Plus von 195,72 % vorweisen kann, hat sich das Sentiment merklich eingetrübt. Aktuell notiert der Wert bei 38,00 €, was einem Rückgang von 70,44 % gegenüber dem am 25. Mai 2026 erreichten 52-Wochen-Hoch entspricht. Neben allgemeinen Gewinnmitnahmen im Technologiesektor belasten strategische Änderungen im China-Geschäft und signifikante Aktienverkäufe durch das Management die Notierung.
Neuausrichtung des China-Börsengangs
Ein zentraler Faktor für die aktuelle Verunsicherung ist die Entscheidung der Tochtergesellschaft Beijing Tongmei Xtal Technology, ihre Pläne für einen Börsengang am Shanghai STAR Market aufzugeben. Stattdessen strebt das Unternehmen nun ein Listing in Hongkong an. Dieser Schritt zielt laut Medienberichten darauf ab, den Zugang zu internationalen Kapitalmärkten zu verbessern, um das Geschäft mit Indiumphosphid-Wafern (InP) weiter auszubauen.
Die Nachfrage nach InP-Substraten wird maßgeblich durch den Ausbau von KI-Rechenzentren und optischen Kommunikationsnetzen getrieben. AXT hat kürzlich rund 632,5 Millionen US-Dollar aufgenommen, um die Produktionskapazitäten für diesen Bereich massiv zu erweitern. Dennoch warnen Analysten von Simply Wall St vor den damit verbundenen Ausführungsrisiken und einer möglichen Verwässerung der Anteile. Zudem wird das aktuelle Preis-Umsatz-Verhältnis (P/S) von 30,3 als deutlich zu hoch im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 7,2 eingestuft.
Massive Insiderverkäufe und rechtliche Entwicklungen
Zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs übten Meldungen über umfangreiche Anteilsverkäufe durch die Unternehmensführung aus. CEO Morris S. Young veräußerte demnach 123.601 Aktien zu einem Preis von 113,33 US-Dollar pro Stück, was einem Volumen von rund 14 Millionen US-Dollar entspricht. Auch der Finanzvorstand (CFO) und ein Mitglied des Board of Directors stießen Pakete im Umfang von 90.000 beziehungsweise rund 6.000 Aktien ab. Solche Transaktionen auf hohem Kursniveau werden vom Markt oft als Signal für eine bevorstehende Abkühlung gewertet.
Parallel dazu gibt es Neuigkeiten aus einem laufenden Rechtsstreit. Ein US-Bundesgericht wies am 7. Juli 2026 eine Sammelklage wegen Wertpapierbetrugs gegen AXT ab. Den Klägern wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, ihre Beschwerde bis zum 4. August 2026 in geänderter Form erneut einzureichen. Im Kern geht es um den Vorwurf, AXT habe Risiken im Zusammenhang mit dem Tongmei-Börsengang, darunter einen Streit um Geschäftsgeheimnisse und strafrechtliche Ermittlungen, verschwiegen.
Analystenblick und Ausblick auf die Quartalszahlen
Trotz der jüngsten Kursturbulenzen bleibt das fundamentale Wachstum im InP-Wafermarkt ein zentrales Thema. Marktprognosen gehen davon aus, dass dieser Sektor bis zum Jahr 2035 auf ein Volumen von fast 680 Millionen US-Dollar anwachsen könnte. Für AXT steht nun der 30. Juli 2026 im Fokus, wenn das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt.
Nachdem im ersten Quartal ein Umsatz von 26,92 Millionen US-Dollar und ein bereinigter Verlust je Aktie (EPS) von 0,01 US-Dollar gemeldet wurden, stellt das Management für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie in einer Spanne von 0,06 bis 0,08 US-Dollar in Aussicht. Während Analysehäuser wie Wedbush die Aktie weiterhin mit „Outperform“ bewerten, mahnen technische Indikatoren zur Vorsicht: Die Aktie hat wichtige Unterstützungslinien unterschritten und testet derzeit den Bereich um die 200-Tage-Linie, was auf eine Fortsetzung der volatilen Phase hindeuten könnte.
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