AXT Aktie: 87 Millionen Dollar von Lumentum

AXT verlagert den Börsengang der Tochter nach Hongkong und sichert sich durch Großaufträge und Vorauszahlungen die Nachfrage nach InP-Wafern.

Die Kernpunkte:
  • Börsenpläne wechseln nach Hongkong
  • Großaufträge sichern InP-Wafer-Produktion
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich
  • Aktie trotz Gewinnmitnahmen stark

Das Halbleiterunternehmen AXT richtet seine Kapitalmarktstrategie für die chinesische Tochtergesellschaft Beijing Tongmei Xtal Technology grundlegend neu aus. Anstatt wie ursprünglich geplant den STAR Market in Shanghai anzustreben, fokussiert sich das Management nun auf ein Listing an der Börse in Hongkong.

Dieser Prozess soll nach Unternehmensangaben etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Flankiert wird diese strategische Entscheidung von einer starken operativen Nachfrage nach Indiumphosphid-Substraten (InP), die sich in massiven Vorauszahlungen von Großkunden widerspiegelt.

Strategische Absicherung durch Großaufträge

Um sich künftige Lieferungen der für die optische Datenübertragung kritischen Wafer zu sichern, haben mehrere Branchengrößen bereits umfangreiche Zahlungen geleistet.

Im vor knapp zwei Wochen abgeschlossenen zweiten Quartal verbuchte AXT Vorauszahlungen in Höhe von 22,3 Millionen US-Dollar durch Casela sowie weitere 25,4 Millionen US-Dollar durch Coherent. Diese Mittel dienen der Reservierung von Produktionskapazitäten für InP-Wafer, die eine zentrale Rolle in der modernen Netzwerktechnik spielen.

Parallel dazu festigte das Unternehmen seine langfristigen Geschäftsbeziehungen durch einen weitreichenden Liefervertrag mit Lumentum Operations LLC. Die Vereinbarung erstreckt sich über einen Zeitraum von sechs Jahren bis in das Jahr 2031. Lumentum hat sich im Zuge dieses Abkommens zur Zahlung von zwei Einlagen in Höhe von jeweils 43,5 Millionen US-Dollar verpflichtet, was einem Gesamtvolumen von 87 Millionen US-Dollar entspricht. Die erste Tranche soll bereits innerhalb der nächsten Wochen fällig werden.

Analysten sehen Potenzial im KI-Sektor

Die jüngsten operativen Fortschritte und die starken Quartalszahlen von Ende Juli haben bei Analysten zu einer deutlichen Neubewertung geführt. Experten von Northland Capital Markets hoben ihr Kursziel Ende Juli von 90,00 auf 125,00 US-Dollar an und bekräftigten ihre Einstufung mit „Outperform“.

Auch die Analysten von Needham stuften den Wert am 31. Juli von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzten ein Ziel von 90,00 US-Dollar. Zur Begründung verwiesen sie auf die konkreten Geschäftschancen im Bereich der KI-Netzwerktechnik.

Analyst Matt Bryson von Wedbush Securities hob zudem hervor, dass das Management eine signifikante Ausweitung der Kapazitäten anstrebt. Demnach könnte die Produktionskapazität für InP-Substrate bis zum Ende des Jahres 2026 ein Niveau von etwa 60 Millionen US-Dollar pro Quartal erreichen. Diese Expansion unterstreicht das Vertrauen in eine anhaltend hohe Nachfrage durch den Ausbau von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz.

Marktstimmung und Gewinnmitnahmen

Trotz der positiven fundamentalen Nachrichtenlage blieb der Kurs nicht von Schwankungen verschont. Am Montag verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 16,67 Prozent, was Marktbeobachtern zufolge primär auf Gewinnmitnahmen nach der rasanten Kursentwicklung der vergangenen Monate zurückzuführen ist.

Gestern stabilisierte sich das Papier und schloss bei 64,00 Euro. Anleger blicken nun gespannt auf den 29. Oktober 2026, wenn das Unternehmen die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird.

Die langfristige Zuversicht institutioneller Investoren scheint jedoch ungebrochen. Einer Pflichtmitteilung zufolge hält der Vermögensverwalter BlackRock weiterhin eine passive Beteiligung von mehr als fünf Prozent an dem Unternehmen.

Seit Jahresanfang (YTD) verbucht der Wert, trotz der jüngsten Volatilität, ein Plus von 398,05 Prozent. Derzeit notiert die Aktie mit einem Abstand von 50,21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was die Intensität der jüngsten Konsolidierung verdeutlicht.

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