AXT Aktie: Abstimmung am 4. Juni über 120 Millionen Aktien

AXT strebt Erhöhung der genehmigten Aktien auf 120 Millionen an. Analysten sehen operative Fortschritte, warnen aber vor Verwässerungsrisiken.

Die Kernpunkte:
  • Neuer HV-Termin am 4. Juni
  • Geplante Aktienerhöhung auf 120 Millionen
  • Operativer Verlust deutlich gesenkt
  • Analysten uneins über Aktienbewertung

AXT geht in eine heikle Abstimmungswoche. Die vertagte Hauptversammlung soll über deutlich mehr genehmigte Aktien entscheiden, nachdem beim ersten Anlauf nicht einmal die nötige Präsenz erreicht wurde. Das ist mehr als ein Formfehler: Es geht um Spielraum für künftige Kapitalmaßnahmen.

Der Kurs zeigt bereits, wie nervös die Lage ist. Die AXT Aktie notiert aktuell bei 99,44 Euro und legt heute 4,52 Prozent zu, liegt auf Sicht von sieben Tagen aber noch 12,81 Prozent im Minus. Der RSI von 83,7 signalisiert eine stark überkaufte technische Lage.

Zweiter Anlauf nach fehlendem Quorum

Die Hauptversammlung wurde am 14. Mai einberufen, dann aber ohne Beschlüsse vertagt. Der Grund: Aktionäre mit nur rund 48 Prozent der stimmberechtigten ausstehenden Aktien hatten ihre Stimmen oder Vollmachten eingereicht. Für die Durchführung reichte das nicht.

Der neue Termin ist der 4. Juni am Unternehmenssitz in Fremont, Kalifornien. AXT hat Alliance Advisors eingeschaltet, um weitere Stimmen einzusammeln, Fragen zur Stimmabgabe zu beantworten und die Verteilung der Unterlagen zu unterstützen.

Die Vorschläge bleiben unverändert. Stimmrechte haben weiterhin die Aktionäre, die am 20. März im Register standen.

Mehr Aktien, mehr Spielraum

Im Zentrum steht die geplante Ausweitung der genehmigten Stammaktien. AXT will den Rahmen von 70 Millionen auf 120 Millionen Aktien erhöhen. Damit könnte das Unternehmen künftig leichter neue Aktien ausgeben.

Genau dieser Punkt macht die Abstimmung brisant. Nach einer größeren Eigenkapitalaufnahme ist zusätzlicher Emissionsspielraum für Aktionäre immer ein sensibles Thema, weil er eine spätere Verwässerung erleichtern kann. Neben der Aktienermächtigung stehen auch reguläre Beschlüsse zu Verwaltungsrat und Vergütung auf der Tagesordnung.

Operativ liefert AXT indes bessere Argumente als noch vor einem Jahr. Im ersten Quartal sank der zurechenbare Nettoverlust um 81 Prozent auf 1,62 Millionen Dollar. Der operative Verlust ging um 84 Prozent auf 1,585 Millionen Dollar zurück.

Getrieben wurde die Verbesserung von höherem Umsatz und einer besseren Bruttomarge. Besonders die Nachfrage nach Indiumphosphid für KI- und Rechenzentrumsanwendungen stützt das Geschäft. AXT baut Kapazitäten aus und verweist auf einen Rekordauftragsbestand von 100 Millionen Dollar in diesem Bereich.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt das Timing von Exportgenehmigungen. Gerade bei einem stark nachgefragten Spezialmaterial kann eine Verzögerung schnell auf Umsatzrealisierung und Produktionsplanung durchschlagen.

Analysten bleiben gespalten

Die Einschätzungen zur Aktie gehen auseinander. B. Riley hob das Kursziel nach den Quartalszahlen leicht von 72 auf 73 Dollar an, blieb aber bei „Neutral“. Das deutet auf Anerkennung für die operative Verbesserung hin, ohne die Bewertung euphorisch zu sehen.

Der Durchschnitt aus fünf Analystenschätzungen liegt bei „Buy“ und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 87,75 Dollar. Morningstars quantitatives Modell setzt den fairen Wert bei 71,24 Dollar an und stuft die Unsicherheit als „sehr hoch“ ein.

Damit liegt der aktuelle Börsenkurs bereits über mehreren genannten Bewertungsmarken. Das macht den Ausgang der Abstimmung noch wichtiger: Mehr genehmigte Aktien können Wachstum finanzieren, erhöhen aber auch die Diskussion über Verwässerung.

Nach der Hauptversammlung bleibt das Management präsent. Am 23. Juni nimmt AXT an der virtuellen Northland Securities Growth Conference teil, nachdem bereits Investorenkonferenzen von B. Riley und Craig-Hallum auf dem Programm standen. Gelingt am 4. Juni das Quorum, rückt die Frage nach Nutzung und Tempo der neuen Aktienermächtigung in den Vordergrund; scheitert auch der zweite Anlauf, bekommt AXT ein Governance-Problem zur operativen Wachstumsstory hinzu.

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