AXT Aktie: Lumentum sichert Wafer für sechs Jahre
AXT verzeichnet dank KI-Nachfrage Rekordumsatz, während der Aktienkurs nach starker Rallye Gewinnmitnahmen zeigt.

- Rekordumsatz durch KI-Nachfrage
- Langfristige Lieferverträge mit Technologiepartnern
- Prognose für Q3 deutlich angehoben
- Aktienkurs fällt trotz positiver Geschäfte
Der Spezialist für Halbleitersubstrate AXT steht im Zentrum einer massiven Nachfragewelle nach optischer Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI). Das Unternehmen festigt seine Marktposition durch langfristige Lieferverträge mit führenden Technologiepartnern.
Trotz der starken operativen Dynamik verliert das Papier am heutigen Montag 8,28 Prozent und notiert bei 70,24 Euro, was Marktbeobachter nach einer außergewöhnlichen Kursrallye auf Gewinnmitnahmen zurückführen.
Strategische Partnerschaften sichern Kapazitäten
Ein entscheidender Wachstumstreiber ist die Versorgung mit Indiumphosphid-Wafern (InP), die für den Betrieb von Hochgeschwindigkeits-Transceivern in Rechenzentren unerlässlich sind.
Wie Morningstar berichtet, hat das Unternehmen mit Lumentum Holdings eine langfristige Liefervereinbarung über sechs Jahre geschlossen. Lumentum leistet hierfür eine Anzahlung in Höhe von 87 Millionen US-Dollar, um sich den Zugriff auf die für KI-Anwendungen kritischen Wafer zu sichern.
Parallel dazu hat auch der Technologiekonzern Coherent eine Vorauszahlung geleistet. Ende Juli wurde bekannt, dass Coherent 25,4 Millionen US-Dollar an AXT überweist, um künftige Lieferungen für Laseranwendungen in Rechenzentren abzusichern. Diese Vorabzahlungen unterstreichen die angespannte Angebotssituation bei Komponenten für 800G- und 1,6T-Glasfasernetzwerke.
Rekordumsätze und optimistischer Ausblick
Die hohe Nachfrage spiegelt sich unmittelbar in den Geschäftszahlen wider. Für das zweite Quartal meldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 47,6 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 164 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Besonders hervorzuheben ist der Bereich Indiumphosphid, der mit 30,7 Millionen US-Dollar ein historisches Umsatzhoch erreichte. Der Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) lag mit 0,19 US-Dollar deutlich über den Erwartungen.
Für das dritte Quartal hob das Management die Prognose kräftig an. AXT erwartet einen Umsatz von rund 66 Millionen US-Dollar sowie einen Gewinn pro Aktie zwischen 0,30 und 0,32 US-Dollar. Der Auftragsbestand summiert sich laut Unternehmensangaben zum Ende des ersten Halbjahres auf über 100 Millionen US-Dollar.
Verschiebungen im Aktionärskreis und Analystenstimmen
Während das Unternehmen operativ floriert, zeigen aktuelle Meldungen Bewegung im Aktionärsstruktur. Medienberichten zufolge haben Firmeninsider in den vergangenen 90 Tagen Anteile im Wert von rund 27,8 Millionen US-Dollar veräußert.
Auf der Käuferseite zeigten sich hingegen institutionelle Investoren: Der California State Teachers Retirement System meldete gestern den Aufbau einer neuen Position mit über 64.000 Aktien, und auch die Janus Henderson Group gab heute eine Aufstockung ihrer Bestände bekannt.
Die Analysten bewerten die Lage überwiegend positiv, verweisen aber auf die hohe Bewertung nach einer Wertsteigerung von 446,61 Prozent seit Jahresbeginn. Matt Bryson vom Analysehaus Wedbush hob am 31. Juli sein Kursziel von 80,00 auf 93,00 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Er begründete dies mit der starken Dynamik im InP-Bereich.
Charles Shi von Needham blieb am selben Tag vorsichtiger und beließ die Aktie auf „Hold“ mit einem Kursziel von 90,00 US-Dollar. Das Unternehmen kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 5,01 Milliarden Euro. Die nächsten detaillierten Finanzdaten werden für den 29. Oktober erwartet.
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