Babcock & Wilcox: 35,68-Prozent-Sprung auf 10,99 Euro
Babcock & Wilcox übertrifft Erwartungen dank KI-Rechenzentren und kehrt in die Gewinnzone zurück. Der Auftragsbestand wächst massiv.

- Umsatzsprung um 130 Prozent
- Rückkehr in die Gewinnzone
- Auftragsbestand steigt um 533 Prozent
- Prognose für 2026 angehoben
Babcock & Wilcox hat am Montagabend mit den Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Das Unternehmen verzeichnete einen massiven Umsatzanstieg und kehrte in die Gewinnzone zurück, was die Aktie heute im vorbörslichen Handel um 35,68 Prozent auf 10,99 Euro nach oben trieb.
Maßgeblicher Treiber für diese Entwicklung ist die hohe Nachfrage im Bereich von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) sowie Großprojekte zur Energieerzeugung. Gestern schloss das Papier im regulären Handel noch bei 8,10 Euro.
Turnaround bei Umsatz und Ergebnis
Das Unternehmen meldete für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 319,7 Millionen US-Dollar, was einer Steigerung von 130 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurden die Analystenschätzungen, die laut Medienberichten im Durchschnitt bei rund 197 Millionen US-Dollar gelegen hatten, weit übertroffen.
Besonders deutlich fiel die Wende beim Ergebnis aus: Nach einem Nettoverlust von 58,5 Millionen US-Dollar im Vorjahr erwirtschaftete Babcock & Wilcox nun ein Nettoeinkommen von 14,3 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie (EPS) belief sich auf 0,07 US-Dollar.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 57 Prozent auf 21,8 Millionen US-Dollar. CEO Kenneth Young verwies in diesem Zusammenhang auf die wachsende Bedeutung von KI-gestützten Rechenzentren, die eine zuverlässige Energieversorgung benötigen.
Ein wesentlicher Teil des Umsatzwachstums entfiel auf das Projekt „Base Electron“, das allein 100,7 Millionen US-Dollar beisteuerte und damit fast ein Drittel des Quartalsumsatzes ausmachte.
Massive Expansion des Auftragsbestands
Ein zentraler Aspekt des Berichts ist die Entwicklung der künftigen Geschäfte. Der Auftragsbestand kletterte bis Ende Juni auf 2,6 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 533 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Laut Seeking Alpha beläuft sich die globale Projekt-Pipeline inzwischen auf mehr als 14 Milliarden US-Dollar. Im ersten Halbjahr konnten insgesamt Buchungen in Höhe von 2,7 Milliarden US-Dollar gesichert werden – ein Zuwachs von über 1.000 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zusätzliche Dynamik erwartet das Management durch die Sicherung von Dampfturbinen mit einer Leistung von einem Gigawatt von Siemens Energy. Diese Kapazitäten sollen gezielt für den Ausbau der Energieversorgung von Rechenzentren genutzt werden. Während das operative Geschäft floriert, belastete ein allgemeiner Arbeitskräftemangel zeitweise die Kostenstruktur, wie das Unternehmen im Rahmen der Ergebnispräsentation einräumte.
Angehobene Prognose und Aktienrückkäufe
Angesichts der starken operativen Dynamik hob die Unternehmensleitung das Ziel für das bereinigte EBITDA im Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 80 bis 105 Millionen US-Dollar an. Parallel dazu kündigte Babcock & Wilcox Maßnahmen zur Kapitalallokation an.
Das Board of Directors autorisierte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 50 Millionen US-Dollar. Zudem plant das Unternehmen den Rückkauf von Anleihen im Wert von 61,8 Millionen US-Dollar, die im Dezember 2026 fällig werden.
Trotz der positiven Quartalszahlen bleibt die Bilanz des ersten Halbjahres durch Sondereffekte geprägt. So wies das Unternehmen für die ersten sechs Monate einen Nettoverlust von 65,4 Millionen US-Dollar aus, was primär auf nicht zahlungswirksame Verluste im Zusammenhang mit Kundenwarrants und Optionskosten zurückzuführen ist.
Die Barreserven beliefen sich zum Quartalsende auf 382,8 Millionen US-Dollar bei einer Gesamtverschuldung von 239,8 Millionen US-Dollar. Durch den Kurssprung notiert der Wert nun wieder über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 9,86 Euro.
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