Baidu Aktie: Aktionäre klagen wegen KI-Versprechen

Baidu investiert weiter in Aktienrückkäufe, während eine US-Klage und schwächeres KI-Wachstum den Konzern zusätzlich belasten.

Die Kernpunkte:
  • 556.100 Baidu-Aktien in Hongkong erworben
  • Rückkaufprogramm umfasst bis zu 273,4 Millionen Aktien
  • US-Anleger erheben Vorwürfe zu KI-Versprechen
  • KI-Umsatzwachstum sinkt auf 25 Prozent

Mit fortlaufenden Transaktionen am Aktienmarkt versucht Baidu, dem anhaltenden Kursverfall entgegenzuwirken. Gestern kaufte das Unternehmen an der Börse in Hongkong weitere 556.100 eigene Class-A-Aktien für knapp 50 Millionen Hongkong-Dollar zurück.

Bereits am Montag floss eine vergleichbare Summe für 556.900 Anteilsscheine. Insgesamt wurden unter dem Ende August beschlossenen Rückkaufmandat bisher rund 3,87 Millionen Anteile erworben. Der Rahmen ermächtigt das Management zum Erwerb von bis zu 273,4 Millionen Aktien.

Vorwürfe wegen KI-Versprechen belasten

Während der Konzern liquide Mittel aufwendet, formiert sich in den USA rechtlicher Widerstand von Aktionärsseite. Die Vorwürfe richten sich an Anleger, die zwischen dem 18. November 2025 und dem 17. August 2026 Papiere des Konzerns erworben haben.

Im Kern monieren die Kläger, Baidu habe die Fähigkeit seiner Sparte für Künstliche Intelligenz überzeichnet, die anhaltenden Rückgänge im traditionellen Online-Marketing-Geschäft zu kompensieren. Das Segment für digitale Werbung stand zuletzt für mehr als die Hälfte der Konzernerlöse, leidet jedoch unter spürbarem Gegenwind.

Wachstumsabkühlung im Cloud- und KI-Sektor

Hintergrund der juristischen Schritte sind die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. In diesem Zeitraum verlangsamte sich das Umsatzwachstum im KI-Kerngeschäft im Jahresvergleich von zuvor 49 Prozent im ersten Quartal auf 25 Prozent.

Gleichzeitig brachen die Erlöse aus dem Online-Marketing im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 13,1 Milliarden Renminbi ein. Die Zahlen zeigen, dass die neuen Technologien den Umsatzrückgang im Stammgeschäft bisher nicht wie erhofft auffangen konnten.

Aktie verharrt nahe Jahrestief

An den Märkten sorgte diese Entwicklung für massive Zurückhaltung. Im gestrigen Handel schloss die Aktie bei 78,30 Euro. Seit Jahresanfang summieren sich die Einbußen auf 31 Prozent. Der Titel verharrt damit in unmittelbarer Schlagdistanz zu seinem 52-Wochen-Tief von 77,10 Euro, das erst im August markiert worden war.

Neben den operativen Herausforderungen bei der Monetarisierung seiner KI-Dienste muss der Konzern in den kommenden Monaten somit auch zusätzlichen juristischen Druck bewältigen.

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