Bajaj Auto Aktie: Zehn neue Modelle in sechs Wochen

Bajaj Auto übertrifft Erwartungen mit 42% Gewinnplus. Exporte und E-Mobilität treiben das Wachstum, Analysten heben Kursziele an.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn steigt um 42 Prozent
  • Exportwachstum von 54 Prozent
  • EV-Sparte erreicht Gewinnschwelle
  • Zehn neue Modelle angekündigt

Der indische Fahrzeughersteller Bajaj Auto hat zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Ertrag verzeichnet. Getrieben durch eine starke Erholung im Exportgeschäft und Fortschritte im Bereich der Elektromobilität konnte das Unternehmen die Erwartungen des Marktes übertreffen. Am Montag präsentierte der Konzern die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, die eine deutliche Steigerung der Profitabilität belegen.

Starke Quartalszahlen durch Exportwachstum

Der Nettogewinn von Bajaj Auto stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf 2.983 Crore INR. Gleichzeitig kletterte der Umsatz um 37 Prozent auf 17.244 Crore INR. Besonders beeindruckend entwickelte sich das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), das ein Plus von 45 Prozent auf 3.596 Crore INR erreichte. Die entsprechende EBITDA-Marge verbesserte sich von 19,7 Prozent im Vorjahr auf nun 20,9 Prozent.

Ein wesentlicher Faktor für diesen Erfolg war die massive Ausweitung der Exporte. Das Unternehmen verschiffte insgesamt 732.173 Einheiten ins Ausland, was einem Zuwachs von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Der damit erzielte Exportumsatz belief sich auf 735 Millionen US-Dollar. Durch diese Entwicklung konnte Bajaj Auto den freien Cashflow auf über 2.300 Crore INR steigern, nachdem im Juli zudem ein Aktienrückkaufprogramm über rund 4,69 Millionen Papiere abgeschlossen wurde.

Die positive Geschäftsentwicklung spiegelt sich unmittelbar im Aktienkurs wider. Das Papier schloss am Dienstag bei 11.401,00 INR und lag damit nur geringfügig unter dem am selben Tag erreichten 52-Wochen-Hoch von 11.410,00 INR. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 22,62 Prozent zulegen.

Elektromobilität und neue Produktstarts

Neben dem traditionellen Geschäft mit Verbrennungsmotoren gewinnt das Segment der Elektrofahrzeuge (EV) für Bajaj Auto zunehmend an Bedeutung. Das Unternehmen gab bekannt, dass das EV-Portfolio, zu dem insbesondere der Elektroroller Chetak gehört, mittlerweile eine positive EBITDA-Schwelle erreicht hat. Für den weiteren Jahresverlauf plant das Management, die Verkäufe der Chetak-Modelle landesweit massiv auszuweiten und die Marktanteile im Segment über 125 Kubikzentimeter Hubraum zu steigern.

Um diese Wachstumsziele zu untermauern, kündigte Bajaj Auto am Montag eine umfassende Produktoffensive an. Innerhalb der nächsten sechs Wochen sollen zehn neue Zweiradmodelle auf den Markt gebracht werden. Dazu gehören neue Generationen der beliebten Pulsar-Reihe in den Varianten 125 und 150 sowie zusätzliche Varianten des Chetak EV. Um die erwartete Nachfrage bedienen zu können, wird die jährliche Produktionskapazität von 7,2 Millionen auf 9 Millionen Einheiten erhöht.

Analysten erhöhen die Kursziele

Die jüngsten Ergebnisse und die strategischen Pläne stießen bei Finanzexperten auf ein positives Echo. Die Analysten von Anand Rathi hoben ihr Kursziel für die Aktie deutlich an. Statt der bisherigen Marke von 10.750 INR trauen sie dem Papier nun einen Anstieg auf 12.800 INR zu. Das Analysehaus begründet diesen Schritt mit der Erwartung einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate beim Umsatz von 16 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2028.

Parallel dazu stufte MarketsMojo die Aktie am Montag auf „Strong Buy“ hoch. In der Bewertung wurden die robuste Eigenkapitalrendite von durchschnittlich 22,84 Prozent und das äußerst niedrige Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital von 0,06 hervorgehoben. Medienberichten zufolge zeigt sich das Unternehmen zudem offen für strategische Investoren bei der Tochtermarke KTM, sofern diese ein langfristiges Interesse verfolgen. Die Produktion für KTM soll künftig verstärkt nach Indien verlagert werden, um Kostenvorteile effizienter zu nutzen.

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