Bajaj Mobility: 8,5-Prozent-Sprung auf 32,55 Euro
Bajaj Mobility veröffentlicht am Donnerstag den Halbjahresbericht. Die Aktie steigt im Vorfeld um 8,5 Prozent, gestützt auf starke vorläufige Zahlen.

- Halbjahresbericht für Donnerstag angekündigt
- Aktienkurs steigt um 8,5 Prozent
- Motorradumsatz fast verdoppelt
- EBITDA-Marge deutlich verbessert
Die Bajaj Mobility AG steht vor einem richtungsweisenden Termin am Kapitalmarkt. Am kommenden Donnerstag veröffentlicht das Unternehmen seinen vollständigen Finanzbericht für das erste Halbjahr 2026. Im Vorfeld dieser Publikation verzeichnete das Papier am heutigen Dienstag eine deutliche Kurssteigerung von 8,5 Prozent und notiert bei 32,55 Euro.
Diese Entwicklung unterstreicht das Vertrauen der Marktteilnehmer in den laufenden Turnaround, nachdem der Wert seit Jahresanfang bereits um 116 Prozent zulegen konnte.
Starke operative Erholung im ersten Halbjahr
Die Erwartungen der Anleger stützen sich maßgeblich auf die bereits am 15. Juli kommunizierten vorläufigen Daten. Demnach konnte Bajaj Mobility im Motorradsegment den Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 700 Millionen Euro fast verdoppeln, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 373 Millionen Euro erzielt worden waren. Besonders deutlich fiel die Steigerung beim Absatz aus: Mit 147.572 Einheiten verkaufte der Konzern 81 Prozent mehr Motorräder als im Vorjahr.
Auch die Profitabilität verbesserte sich signifikant. Die EBITDA-Marge für das erste Halbjahr lag bei vorläufigen 5,4 Prozent, was einen massiven Sprung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 43,3 Prozent darstellt. Ein wesentlicher Teil dieser Dynamik stammte aus dem zweiten Quartal.
In diesem Zeitraum stieg der Konzernumsatz um 60 Prozent auf 370 Millionen Euro. Außerhalb des indischen Heimatmarktes konnte Bajaj Mobility den Absatz in diesem Quartal um 71 Prozent auf 48.672 Einheiten steigern. Die operative Marge erreichte im zweiten Quartal rund 8,7 Prozent, während sie im Vorjahresquartal noch bei minus 55,6 Prozent gelegen hatte.
Erfolgreiche Refinanzierung sichert Liquidität
Bereits zum Jahresauftakt hatte sich die Erholung in den Geschäftszahlen angedeutet. Laut dem Zwischenbericht vom 13. Mai stieg der Konzernumsatz im ersten Quartal um 70,2 Prozent auf 331,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis auf EBITDA-Basis drehte mit 5,5 Millionen Euro wieder in den positiven Bereich, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 55,8 Millionen Euro verbucht werden musste.
Neben der operativen Verbesserung trieb das Management die finanzielle Stabilität voran. Am 27. Februar gab das Unternehmen den Abschluss einer umfassenden Refinanzierung über 550 Millionen Euro bekannt.
Ein internationales Bankenkonsortium, dem unter anderem J.P. Morgan SE, HSBC, DBS Bank Limited und die MUFG Bank Ltd. angehören, stellte die Mittel bereit. Mit diesem Kapital wurde ein Restrukturierungskredit der Bajaj Auto International Holdings B.V. in Höhe von rund 473 Millionen Euro inklusive aufgelaufener Zinsen vollständig zurückgezahlt.
Abschluss der strategischen Transformation
Diese Maßnahmen markieren den Abschluss einer tiefgreifenden Transformation des Konzerns. Im Juni 2025 hatte die Bajaj Auto International Holdings B.V. die alleinige Kontrolle über das Unternehmen übernommen, woraufhin der langjährige Vorstand Stefan Pierer aus dem Gremium ausschied.
Zum 13. Januar erfolgte schließlich die offizielle Umfirmierung der ehemaligen PIERER Mobility AG in Bajaj Mobility AG, womit der strategische Neuanfang auch namentlich vollzogen wurde.
Der für Donnerstag angekündigte Bericht wird nun zeigen, inwieweit sich die vorläufigen Zahlen und die verbesserte operative Marge in der endgültigen Bilanz und dem Ausblick für das restliche Geschäftsjahr verfestigt haben. Angesichts der deutlichen Kursbewegung der letzten Wochen schauen Investoren besonders darauf, ob das Unternehmen den eingeschlagenen Wachstumspfad außerhalb des indischen Kernmarktes beibehalten kann.
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