Bajaj Mobility Aktie: KTM weist Abgasvorwürfe zurück
KTM weist Vorwürfe zu illegalen Motorrad-Umbauten und manipulierten Papieren zurück. Die wirtschaftliche Bedeutung der Enduro-Modelle wird als gering eingestuft.

- KTM bestreitet Vorwürfe illegaler Verkäufe
- Enduro-Modelle nur drei Prozent des Absatzes
- Unternehmen verweist auf branchenübliche Praxis
- Regulatorische Risiken für Bajaj Mobility bleiben
Mitten in einer laufenden Medienrecherche stellt sich KTM gegen den Vorwurf, illegale Motorräder zu verkaufen. Das könnte für Aktionäre der Bajaj Mobility AG unangenehme Erinnerungen wecken — das Stichwort „Abgasskandal“ sorgt in der Automobilbranche seit Jahren für Nervosität.
Was KTM konkret vorgeworfen wird
Laut internationalen Medienberichten sollen Händler in mehreren europäischen Ländern KTM-Enduro-Motorräder mit illegalen Umbauten und manipulierten Zulassungspapieren verkauft haben. Die Vorwürfe richten sich damit nicht nur gegen den Hersteller selbst, sondern auch gegen das Händlernetz.
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KTM reagierte am Dienstagmorgen mit einer offiziellen Stellungnahme und wies die Kritik entschieden zurück. Das Unternehmen sprach von einem „fundamentalen Missverständnis“: Enduro-Modelle seien in ihrem Kern Sportgeräte, die jedoch im homologierten Auslieferungszustand auch auf öffentlichen Straßen gefahren werden dürfen. Alle KTM-, Husqvarna- und GASGAS-Enduro-Maschinen verließen das Werk ausschließlich in straßenzulassungsfähigem Zustand. Umbaukonfigurationen für den Wettbewerb seien ein nachträglicher Vorgang auf Kundenwunsch beim Händler — und Käufer würden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Straßenzulassung mit dem Umbau erlösche.
Wie relevant ist das Segment wirtschaftlich?
KTM relativiert die wirtschaftliche Bedeutung der betroffenen Modelle: Die in Europa vertriebenen Enduro-Motorräder entsprechen rund drei Prozent des weltweiten KTM-Absatzes. Das begrenzt das direkte Umsatzrisiko erheblich.
Ferner verweist das Unternehmen auf die Emissionsdimension: Motorräder insgesamt verantworten in Deutschland laut Umweltbundesamt rund 0,3 Prozent der CO2-Gesamtemissionen — Enduro-Wettbewerbsmodelle machen davon nur einen kleinen Bruchteil aus.
Das duale Konzept — straßenzugelassene Auslieferung, optionale Wettkampfkonfiguration beim Händler — sei zudem branchenüblich und eine Anforderung des Motorrad-Weltverbands FIM für die Teilnahme an offiziellen Wettbewerben.
Wie Anleger die Situation einordnen sollten
Ob die Stellungnahme ausreicht, um regulatorische Nachfragen zu verhindern, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob Behörden in den betroffenen europäischen Ländern eigene Untersuchungen einleiten. Das Unternehmen betont, die Verantwortung für illegale Umbauten liege bei den Käufern — eine Argumentation, die bei Regulatoren erfahrungsgemäß nicht immer verfängt. Die Bajaj Mobility AG, die KTM als Kernmarke führt und an der Wiener Börse sowie der SIX notiert ist, hat in den vergangenen Wochen deutliche Kursgewinne verzeichnet. Neue Belastungen aus einem möglichen Behördenverfahren kämen daher zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
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