Balda in den roten Zahlen, drohen der Aktie weitere Verluste?

Der Kunststoffprodukthersteller Balda konnte mit Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/15 die Erwartungen des Marktes nur zum Teil erfüllen. Während der Umsatz im Feld der Erwartungen lag, wurde das Ergebnis weiterhin durch Sondereffekte belastet.

 

© Balda AG
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Insgesamt lag der Konzernumsatz mit 85,4 Mio. Euro um 21,1% über dem des Vorjahreszeitraumes und übertraf damit das selbst gesteckte Umsatzziel des Unternehmens. Gestiegene Produktionsumsätze trugen mit einem Anteil von 9,2 Mio. Euro zu dieser Steigerung bei. 5,7 Mio. Euro waren auf Währungseffekten zurückzuführen. Mit 11 Mio. Euro schlugen die Anlagen- und Werkzeugumsätze zu Buche.

 

Sondereffekte drücken das Ergebnis

Vor Sondereinflüssen lag das EBITDA bei rund 6,4 Mio. Euro nach 4 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die EBITDA-Marge erreichte 7,7% der Gesamtleistung. Unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibungen und vor Sondereinflüssen konnte Balda ein EBIT von rund 1,3 Mio. Euro vorweisen, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 0,9 Mio. Euro ausgewiesen wurde.

Allerdings wurde das operative Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr von Sondereffekten von rund 13,5 Mio. Euro weiterhin belastet. Zum einen mussten aufgrund der angekündigten Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Großkunden aus dem Bereich Eyewear langfristige Vermögenswerte in Höhe von 8,6 Mio. Euro wertberichtigt werden.

Dieser Großkunde hat sich im Rahmen einer strategischen Entscheidung dahingehend orientiert, die von Balda bisher produzierten Waren künftig selbst herzustellen. Insgesamt lag der Teil des Großkunden bei ca. 10% des Konzernumsatzes von Balda.

Auf der anderen Seite verbuchte Balda Aufwendungen von 2,4 Mio. Euro für die Auseinandersetzung mit ehemaligen Organen und den Verkäufern in den USA. Dazu kamen nicht periodengerechte und sonstige Einmalpositionen von 2,5 Mio. Euro.

Aufgrund dieser Effekte konnte der Konzern das erwartete positive Jahresergebnis nicht erreichen. Nach Sondereffekten lag das EBITDA bei 1,5 Mio. Euro. Das Konzernergebnis lag bei -7,7 Mio. Euro, nachdem im Jahr zuvor noch ein Gewinn von 5,9 Mio. Euro erzielt werden konnte.

 

Balda mit optimistischer Prognose, aber ...

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand von Balda mit einem Umsatzanstieg auf rund 90 Mio. Euro. Das operative EBIT soll im positiven Bereich liegen und die EBIT-Marge wird im einstelligen Prozentbereich erwartet.

Weitere Kostenaufwendungen für die Standortbereinigung in den USA wurden mit einem Budget von 1 bis 2 Mio. Euro angegeben. Als Unsicherheitsfaktor gelten dagegen weitere Belastungen aus gerichtlichen Auseinandersetzungen, welche schwer zu schätzen sind und sich auf das Konzernergebnis entsprechend auswirken werden.

 

Aktie im Tal der Tränen

Der Blick auf den Chart bietet kein erfreuliches Bild. Seit Januar dieses Jahres liegen die Papiere in einem Abwärtstrend. Nachdem man die Verluste des schwarzen Montages der letzten Woche wieder aufholen konnte, gab die Aktie im gestrigen trüben Börsenumfeld auch um mehr als 3% nach.

150902 Balda

Mit einem aktuellen Kurs von 2,37 Euro ist damit zu rechnen, dass es auch heute zu weiteren Verlusten kommen könnte. Auch wenn der Umsatz weiter gestiegen ist, so konnte das Zahlenwerk letztlich nicht überzeugen. Demzufolge fehlen der Aktie auch nachhaltige Impulse, um hier eine Trendwende einzuläuten.

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