Ballard Power Aktie: 500-Motor-Deal mit New Flyer

Ballard Power Aktie erholt sich leicht, nachdem Großaktionär Weichai Anteile massiv reduzierte. Fokus liegt nun auf dem Großauftrag mit New Flyer.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich um über sechs Prozent
  • Weichai Power reduzierte Anteil drastisch
  • CEO und Board-Chef mit großer Mehrheit bestätigt
  • Schlüsselauftrag mit New Flyer startet 2026

Die Aktie von Ballard Power erholt sich am Donnerstag deutlich. Mit einem Plus von 6,08 Prozent auf 3,98 Euro stoppt der Brennstoffzellen-Spezialist vorerst die Talfahrt der vergangenen Tage.

Die vergangene Woche war brutal für Anleger. Der Kurs stürzte um fast 24 Prozent ab, angetrieben von einem massiven Ausstieg des Großinvestors Weichai Power und einer darauffolgenden Verkaufswelle. Jetzt zeigt die Aktie erste Stabilisierungstendenzen — der RSI liegt bei 45,3 Punkten und ist neutral.

Der große Abschied

Der Hauptauslöser der Verkaufswelle: Weichai Power hat seinen Anteil massiv reduziert. Der chinesische Partner verkaufte im Mai zwei Pakete mit insgesamt rund 15 Millionen Aktien. Sein Anteil sank dadurch auf gut 10,32 Prozent.

Weil Weichai damit die 15-Prozent-Schwelle des bestehenden Aktionärsabkommens unterschritt, verlor der Investor seine Sonderrechte. Die beiden Weichai-Vertreter Michael Chen und Huajie Wang mussten ihre Aufsichtsratssitze räumen.

Vertrauensvotum für die Führung

Parallel dazu gab es einen weiteren Abgang: Aufsichtsrätin Janet Woodruff trat Anfang Juni zurück. Die übrige Führungsmannschaft bekam auf der Hauptversammlung vergangene Woche aber klare Rückendeckung.

CEO Marty Neese und Board-Chef James Roche wurden mit Zustimmungsraten zwischen 90 und über 99 Prozent wiedergewählt. Auch die Wiederbestellung von KPMG und die Vergütungsstruktur fanden breite Zustimmung. Ein klares Signal der Stabilität.

Warten auf die große Welle

Der Fokus der Anleger verschiebt sich jetzt von der Aktionärsstruktur hin zum operativen Geschäft. „Project Forge“ heißt das Schlüsselprojekt: eine hochautomatisierte Fertigung für Bipolarplatten, die KI-gestützte Bilderkennung nutzt. Die Serienproduktion soll noch dieses Jahr anlaufen.

Noch wichtiger: der größte Auftrag der Firmengeschichte. Eine Rahmenvereinbarung mit New Flyer über 500 Brennstoffzellen-Motoren für Wasserstoff-Busse. Die Auslieferungen beginnen 2026, die Erlöse sind damit für die kommenden Quartale weitgehend gesichert.

Zwischen Höhenflug und neuer Realität

Trotz des heutigen Kursgewinns liegt die Aktie rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,62 Euro. Die Gesamtbilanz bleibt beeindruckend: plus 171 Prozent auf Jahressicht und 74 Prozent seit Jahresbeginn.

Die Analysten reagieren vorsichtig. Susquehanna setzte ein Kursziel von 4,25 kanadischen Dollar, Raymond James von 4,00 Dollar. Beide bewerten die Aktie mit „Neutral“. Der Grund: Ballard steht vor der Bewährungsprobe, Pilotprojekte in industrielle Massenfertigung zu überführen. Die zweite Jahreshälfte 2026 wird zeigen, ob die Wende gelingt.

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