Ballard Power Aktie: GeoPura-Abschluss für September geplant

Ballard Power übernimmt GeoPura für 275 Mio. Pfund und will bis 2027 profitabel werden. Quartalszahlen zeigen gemischtes Bild mit verbesserter Marge.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme von GeoPura für 275 Mio. Pfund
  • Umsatzplus von 15 Prozent im Q2
  • Auftragsbestand wächst um 39 Prozent
  • HSBC stuft Aktie auf Buy hoch

Der kanadische Brennstoffzellen-Spezialist Ballard Power bereitet einen signifikanten Umbau seines Geschäftsmodells vor. Mit der angekündigten Übernahme des britischen Unternehmens GeoPura will sich der Konzern von einem reinen Hardware-Hersteller zu einem Anbieter von „Energy-as-a-Service“ entwickeln. Am Freitag legte die Aktie im Handel um 2,25 Prozent zu und schloss bei einem Kurs von 2,27 Euro.

Gemischte Quartalszahlen bei verbesserter Profitabilität

In der Bilanz zum zweiten Quartal 2026, die das Unternehmen am 31. Juli vorlegte, zeigte sich eine zweigeteilte Entwicklung. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 20,6 Millionen US-Dollar. Damit verfehlte Ballard Power jedoch die Erwartungen der Analysten an der Wall Street, die im Vorfeld mit 25,72 Millionen US-Dollar gerechnet hatten.

Trotz der Umsatzlücke gelang es dem Management, die operativen Kennzahlen deutlich zu verbessern. Die Bruttomarge kletterte um 28 Prozentpunkte auf nun 20 Prozent. Gleichzeitig sanken die Betriebskosten im Jahresvergleich um 34 Prozent. In der Folge verringerte sich der bereinigte EBITDA-Verlust von zuvor 30.6 Millionen US-Dollar auf nun 9,8 Millionen US-Dollar.

Die Zuversicht für die kommenden Monate speist sich vor allem aus der Auftragslage. Ballard Power meldete für das abgelaufene Quartal einen Auftragseingang von 64 Millionen US-Dollar. Der gesamte Auftragsbestand wuchs damit gegenüber dem Vorquartal um 39 Prozent auf 156,6 Millionen US-Dollar an. Zum 30. Juni verfügte das Unternehmen über eine Cash-Position von 502,1 Millionen US-Dollar.

Transformation zum Service-Anbieter

Zentraler Baustein der künftigen Strategie ist die Übernahme von GeoPura für einen Kaufpreis von 275 Millionen britischen Pfund. Das Unternehmen betreibt derzeit mehr als 60 Wasserstoff-Energieeinheiten. Durch diesen Zukauf erweitert Ballard Power sein Portfolio über die reine Fertigung von Brennstoffzellen hinaus auf die Bereiche Wasserstoffproduktion, Logistik und stationäre Stromversorgung, etwa zur Absicherung von Rechenzentren.

Der Abschluss der Transaktion ist für September 2026 geplant. Ballard Power erwartet durch den Zusammenschluss bis zum Jahr 2028 jährliche EBITDA-Synergien in Höhe von rund 25 Millionen US-Dollar. Das Management strebt an, bis Ende 2027 die Gewinnschwelle zu erreichen und einen positiven operativen Cashflow zu generieren. Für das laufende Geschäftsjahr werden die Betriebskosten in einer Spanne von 65 bis 75 Millionen US-Dollar prognostiziert.

Analysten bewerten Neuausrichtung unterschiedlich

Die Reaktionen aus dem Analystenlager auf die jüngsten Entwicklungen fielen geteilt aus. Die Experten von HSBC stuften die Aktie am vergangenen Montag von „Hold“ auf „Buy“ hoch, senkten jedoch das Kursziel leicht von 4,00 auf 3,60 US-Dollar. Laut HSBC ist die GeoPura-Übernahme transformativ und ermöglicht es Ballard, einen deutlich größeren Teil der Wertschöpfungskette im Wasserstoff-Ökosystem abzudecken.

Vorsichtiger äußerte sich Jeffrey Osborne vom Analysehaus TD Cowen am 31. Juli. Er behielt seine Einstufung auf „Hold“ bei und reduzierte das Kursziel auf 3,00 US-Dollar. Als Begründung nannte der Analyst die Umsatzverfehlungen, welche die Fortschritte bei den Margen und das Wachstum des Auftragsbestands teilweise überschatten würden.

An den Märkten wurde die Nachrichtenlage zuletzt volatil aufgenommen. Nachdem das Papier am Donnerstag Medienberichten zufolge in Toronto Verluste verzeichnete, stabilisierte sich der Kurs zum Ende der Handelswoche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,62 Euro bleibt die Notierung mit einem Abstand von 59,61 Prozent allerdings weiterhin deutlich entfernt. Ballard Power geht davon aus, dass rund 60 Prozent des Jahresumsatzes 2026 erst in der zweiten Jahreshälfte realisiert werden.

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