Ballard Power: Weichai verkauft 15 Millionen Aktien

Weichai Power reduziert seinen Anteil an Ballard Power unter 15 Prozent und verliert damit das Recht auf Aufsichtsratssitze.

Die Kernpunkte:
  • Weichai verkauft 15 Millionen Aktien
  • Anteil fällt unter 15-Prozent-Schwelle
  • Drei Board-Mitglieder legen Mandate nieder
  • Ballard-Kurs seit Jahresbeginn verdoppelt

Weichai Power hat seinen Rückzug bei Ballard Power in wenigen Wochen vollzogen. Der chinesische Konzern verkaufte in zwei Tranchen insgesamt rund 15 Millionen Aktien — und verlor damit nicht nur Kapital, sondern auch seinen direkten Einfluss auf das Unternehmen.

Zwei Verkäufe, eine neue Realität

Zwischen dem 8. und 12. Mai veräußerte Weichai knapp 6,9 Millionen Aktien zu durchschnittlich C$5,78 je Stück — rund C$39,7 Millionen Erlös. Nur wenige Tage später folgten weitere 8,15 Millionen Aktien zu C$5,65, was nochmals rund C$46 Millionen einbrachte.

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Das Ergebnis: Weichai hält nun noch 31,1 Millionen Aktien, entsprechend etwa 10,3 Prozent. Damit fiel der Anteil unter die vertraglich vereinbarte 15-Prozent-Schwelle. Das Recht, zwei Vertreter in den Ballard-Aufsichtsrat zu entsenden, erlosch automatisch.

Drei Sitze weg, Hauptversammlung dennoch stark

Die Folge kam prompt. Michael Chen und Huajie Wang legten ihre Mandate am 13. Mai nieder. Janet Woodruff folgte am 2. Juni. Drei Boardmitglieder in wenigen Wochen — ein spürbarer Einschnitt in die Unternehmensführung.

Auf der Hauptversammlung am 3. Juni zeigten sich die verbliebenen Aktionäre davon unbeeindruckt. Alle sechs nominierten Direktoren wurden mit 90 bis 99 Prozent der Stimmen wiedergewählt. KPMG blieb mit 87 Prozent Zustimmung als Wirtschaftsprüfer im Amt. Die Vergütung des Managements billigten 90,75 Prozent der Abstimmenden.

Kurs hoch, Kursziele hinterher

Ballard-Aktien notieren aktuell bei 4,55 Euro — ein Plus von rund 224 Prozent gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs nahezu verdoppelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 5,62 Euro, erreicht am 2. Juni, ist die Aktie allerdings bereits knapp 19 Prozent entfernt.

Analysten laufen dem Kurs hinterher. Susquehanna hob das Kursziel im Mai auf C$4,25 an, blieb aber bei „Neutral“. Raymond James erhöhte auf C$4,00 mit „Market Perform“. National Bank Financial sieht den fairen Wert bei C$4,75 — ebenfalls mit einer neutralen Einschätzung. Der zuletzt gehandelte Kurs von C$8,43 liegt deutlich über allen drei Zielen.

Solide Kasse, offenes Restrisiko

Ballard steht finanziell stabil da. Ende des ersten Quartals lagen 516,8 Millionen US-Dollar in der Kasse, ohne Bankschulden. Das gibt dem Unternehmen Spielraum, den Weg zur positiven Cashflow-Generierung fortzusetzen. Für 2026 erwartet das Management einen umsatzseitig stärker zweiten Jahreshälfte.

Das eigentliche Risiko liegt woanders: Weichai hält noch immer rund 10 Prozent der Aktien. Ob der Konzern diesen Restbestand hält, aufstockt oder weiter abbaut, ist offen. Weitere Blockverkäufe würden den Kurs belasten — bei einer annualisierten Volatilität von über 130 Prozent kein theoretisches Szenario. Am 9. und 10. Juni findet in Kopenhagen die Hydrogen & P2X Conference statt, die kurzfristig die Stimmung im gesamten Brennstoffzellensektor beeinflussen dürfte.

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