Ballard Power: Weichai verkauft 8 Millionen Aktien

Trotz operativer Fortschritte und hoher Liquidität belastet der geplante Aktienverkauf von Weichai Power den Kurs des Brennstoffzellen-Herstellers.

Die Kernpunkte:
  • Weichai Power reduziert Anteile drastisch
  • Aufsichtsratsmandate durch Verkauf verloren
  • Umsatz steigt um 26 Prozent
  • Kurs unter Verkaufsdruck durch Aktienüberhang

Ballard Power liefert starke Quartalszahlen und sitzt auf einem satten Finanzpolster. Trotzdem stürzt der Kurs ab. Allein in dieser Woche verlor das Papier fast 15 Prozent an Wert. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in China.

Weichai zieht sich zurück

Der langjährige strategische Partner Weichai Power trennt sich im großen Stil von Anteilen. Mitte Mai verkauften die Chinesen gut acht Millionen Aktien. Der Anteil sank dadurch auf rund zehn Prozent.

Das hat direkte Konsequenzen für die Führungsebene. Weichai rutschte unter eine wichtige vertragliche Schwelle. Die Folge: Der Konzern verlor das Recht auf zwei Aufsichtsratsposten. Die entsprechenden Direktoren traten umgehend zurück.

Das Risiko weiterer Kursverluste bleibt bestehen. Weichai hat bereits den geplanten Verkauf von bis zu 15 Millionen weiteren Aktien offiziell angemeldet. Dieser gewaltige Überhang bremst aktuell jegliche Erholungsversuche der Aktie aus.

Operativ auf Kurs

Abseits der Aktionärsstruktur hellt sich das Bild deutlich auf. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 26 Prozent auf 19,4 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge erreichte solide 14 Prozent. Das markiert das dritte positive Quartal in Folge.

Auch der Kapitalabfluss verringerte sich drastisch. Das Unternehmen verbrannte 68 Prozent weniger Geld im operativen Geschäft als im Vorjahr. Die Kasse ist mit knapp 517 Millionen US-Dollar prall gefüllt.

CEO Marty Neese sieht Ballard Power finanziell stark aufgestellt. Kurz- oder mittelfristig benötigt der Brennstoffzellen-Hersteller kein frisches Kapital. Das Management rechnet für 2026 mit einem umsatzstärkeren zweiten Halbjahr.

Neue Märkte, neues Chartbild

Das Geschäft verlagert sich spürbar. Der Auftragsbestand liegt bei stabilen 113 Millionen US-Dollar. Während die Umsätze mit Bussen schrumpften, wuchsen die Einnahmen im Bahn- und Stationärbereich massiv. Das einstige Joint Venture mit Weichai in China hat Ballard Power bereits Ende 2025 komplett abgeschrieben.

An der Börse notiert die Aktie nach dem jüngsten Rutsch bei 3,66 Euro. Damit hat sich der Kurs weit vom 52-Wochen-Hoch bei 5,62 Euro entfernt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von knapp 60 Prozent auf der Anzeigetafel.

Die 50-Tage-Linie bei 3,57 Euro rückt nun in den Fokus. Sie dient als erste wichtige Unterstützung. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 40 eine neutrale Zone.

Die operative Trendwende gewinnt an Kontur. Die pralle Kasse und sinkende Kosten stützen das Fundament. Solange Weichai jedoch weitere Millionenpakete auf den Markt wirft, bleibt der Deckel auf dem Aktienkurs. Erst wenn dieser Verkaufsdruck versiegt, kann der Markt die verbesserten Margen neu einpreisen.

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