Banca Monte dei Paschi di Siena Aktie: Tatenlos verloren?

Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen MPS-CEO Lovaglio und Großinvestoren wegen mutmaßlicher Marktmanipulation bei der Mediobanca-Übernahme. Die Aktie verlor deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Ermittlungen gegen CEO und Großinvestoren
  • Vorwürfe bei Mediobanca-Übernahme
  • Geleakte Telefonate belasten Bankführung
  • Aktie verzeichnet deutliche Verluste

Die Banca Monte dei Paschi di Siena steckt in einer schweren Krise. Eine Ermittlung der Mailänder Staatsanwaltschaft gegen die Konzernspitze wegen mutmaßlicher Marktmanipulation eskaliert. CEO Luigi Lovaglio sowie die Großinvestoren Francesco Gaetano Caltagirone und Francesco Milleri stehen unter Verdacht. Der Vorwurf betrifft die umstrittene Übernahme von Mediobanca im Wert von 13,5 Milliarden Euro. Die Aktie verlor am Freitag bereits 2,12 Prozent und schloss bei 8,153 Euro – nach einem Tagesminus von über 4,5 Prozent.

Abgehörte Telefonate bringen Bank in Bedrängnis

Die Lage spitzte sich am Wochenende dramatisch zu. Medien berichten von geleakten Tonaufnahmen zwischen CEO Lovaglio und Investor Caltagirone. Die Aufnahmen sollen laut Ermittlern im Widerspruch zu offiziellen Stellungnahmen gegenüber dem Wirtschaftsministerium und Aufsichtsbehörden stehen.

Im Zentrum des Interesses steht die aggressive Übernahme von Mediobanca durch MPS – ein Megadeal, der die Bank zum drittgrößten Kreditinstitut Italiens machte. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, nicht genehmigte Absprachen getroffen zu haben, um regulatorische Schwellen der EZB und Consob zu umgehen. Konkret geht es um koordinierte Käufe, die die 20-Prozent-Beteiligungsgrenze ohne Genehmigung und die 25-Prozent-Marke ohne Pflichtangebot überschritten.

Die politischen Folgen sind bereits spürbar: Vizepremier Matteo Salvini griff die Justiz am Sonntag scharf an und verteidigte die “Rettung und den Neustart” der Bank. Das Wirtschaftsministerium dementierte unterdessen jede Einmischung, pochte aber auf die Einhaltung der Regeln.

Mediobanca-Übernahme unter Beschuss

Die Ermittlungen werfen einen dunklen Schatten auf das bisher als Meisterstück gefeierte Geschäft. Die milliardenschwere Mediobanca-Übernahme sollte eigentlich die Rückkehr von MPS zu Stabilität und Profitabilität besiegeln.

Doch die Ermittler bezweifeln nun die Seriosität dieser “Erfolgsstory”. Sie untersuchen, ob der als “Wendepunkt” gepriesene Deal auf irregulären Marktpraktiken basiert. Im Fokus steht auch der Verkauf eines 15-Prozent-Anteils an MPS durch das Ministerium für 1,1 Milliarden Euro an ein Konsortium um Caltagirone, Delfin und Banco BPM. Besteht hier ein verdeckter Pakt zur Kontrolle der Bank?

Die Reaktion der Märkte am Freitag spiegelte die Nervosität der Anleger wider. Während der Mailänder Index leicht im Plus schloss, brach die MPS-Aktie deutlich ein. Die Durchsuchungsbefehle und Vorwürfe der “Behinderung von Aufsichtsbehörden” nähren Befürchtungen vor möglichen Strafen, Management-Suspendierungen oder sogar einer Überprüfung der Fusion.

Was kommt auf Anleger zu?

Die Börse bereitet sich auf turbulente Handeltage vor. Die Bestätigung der Ermittlungen gegen so prominente Persönlichkeiten wie Milleri und Caltagirone erhöht das systemische Risiko für die Aktie.

Drei Faktoren entscheiden jetzt:
Führungsstabilität: Steht der Aufsichtsrat weiterhin hinter CEO Lovaglio?
Regulatorische Reaktion: Werden EZB oder Consob die Genehmigung für die Mediobanca-Übernahme überprüfen?
Technische Marken: Die Aktie pendelt um 8,15 Euro. Ein Bruch der psychologisch wichtigen 8-Euro-Marke könnte weitere Verkäufe auslösen.

Trotz offizieller Rechtfertigungen der Bank stellen die geleakten Tonaufnahmen die Verteidigungsstrategie vor massive Herausforderungen. Analysten dürften den Governance-Abschlag für die Aktie neu bewerten – bis juristische Klarheit herrscht.

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