Banca Monte Dei Paschi Siena Aktie: 30,6-Milliarden-Deal geprüft
Zwei konkurrierende Übernahmeangebote treiben den Aktienkurs der Banca MPS auf ein 52-Wochen-Hoch. Investoren spekulieren auf steigende Preise.

- Intesa und Banco BPM buhlen um MPS
- Aktienkurs nahe 52-Wochen-Hoch
- Crédit Agricole hält 29,3 Prozent an BPM
- MPS peilt Milliardengewinn bis 2030 an
Die Übernahmeschlacht um die älteste Bank der Welt tritt in ihre heiße Phase. Der Verwaltungsrat der Banca Monte dei Paschi di Siena bewertet derzeit zwei völlig unterschiedliche strategische Optionen. Seit Mitte Juni liegt dem Institut offiziell ein öffentliches Umtauschangebot der Intesa Sanpaolo vor — gleichzeitig gibt es einen Fusionsvorschlag der Banco BPM.
Die Entscheidung könnte die italienische Bankenlandschaft neu ordnen. Der Aktienkurs notiert am Montag bei 11,18 Euro und damit nahe dem 52-Wochen-Hoch von 11,70 Euro aus der Vorwoche. Das Papier hat in den letzten 30 Tagen rund 26 Prozent zugelegt.
Zwei Wege, ein Ziel
Das Intesa-Angebot bewertet MPS mit rund 30,6 Milliarden Euro. Die Aktionäre erhalten für je zehn MPS-Aktien 16 neue Intesa-Papiere plus eine Euro-Barzahlung. Um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, hat Intesa bereits eine bindende Vereinbarung mit Unipol Assicurazioni getroffen. Demnach sollen rund 635 MPS-Filialen samt der Marke für geschätzte drei bis 3,5 Milliarden Euro verkauft werden.
Die Alternative ist ein Zusammenschluss mit Banco BPM. Der wurde zuletzt jedoch komplizierter. Die französische Crédit Agricole hat am vergangenen Freitag bekannt gegeben, dass sie nun 29,3 Prozent an Banco BPM hält — die kritische 25-Prozent-Schwelle ist überschritten.
Marktteilnehmer werten dies als strategisches Signal. Crédit Agricole kann als Ankeraktionär erheblichen Einfluss darauf nehmen, ob Banco BPM überhaupt in eine Bieterschlacht um MPS einsteigt. Das dürfte die Position von Intesa stärken.
Spekulation auf höheren Preis
Der aktuelle Kurs von 11,18 Euro liegt deutlich über dem impliziten Angebotspreis von rund 10,09 Euro, den Intesa im Juni in Aussicht stellte. Die Differenz zeigt: Investoren wetten auf verbesserte Konditionen oder ein konkurrierendes Angebot.
Der RSI von 69,1 Punkten bewegt sich nahe der überkauften Zone — ein Zeichen für die hohe spekulative Spannung. Kein Wunder bei dieser Gemengelage.
Starke Bilanz als Trumpf
Während die Übernahmegerüchte dominieren, liefert das operative Geschäft Argumente. Analysten sehen die Bank als Dividendenperle im Euroraum für das zweite Quartal 2026. Das Management peilt für 2030 einen bereinigten Nettogewinn von 3,7 Milliarden Euro an. Zudem sollen bis dahin rund 16 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Hohe Ausschüttungen erschweren günstige Übernahmeversuche. Der Verwaltungsrat wägt weiter ab. Das Kräftespiel zwischen Intesa und dem Banco-BPM-Crédit-Agricole-Bündnis wird letztlich entscheiden, mit welchem Aufschlag die MPS-Aktionäre rechnen können.
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