Bank of Japan vor Zinsschritt auf 31-Jahres-Hoch

Eine mögliche Zinserhöhung der Bank of Japan stärkt Finanzwerte, während der festere Yen Japans exportorientierte Unternehmen belastet.

Die Kernpunkte:
  • Leitzins könnte 1,25 Prozent erreichen
  • Mitsubishi UFJ und Mizuho legen zu
  • Toyota und Nintendo verlieren seit Jahresbeginn
  • Analysten erwarten weitere Zinsschritte bis 2027

Die Bank of Japan steuert auf eine Zinswende zu, die den Leitzins auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,25 Prozent hieven könnte. Für Japans Aktienmarkt bedeutet dieser Schritt eine Zäsur: Während heimische Banken von steigenden Zinsmargen profitieren, geraten die großen Exportkonzerne durch die Aufwertung des Yen spürbar unter Druck.

An den Terminmärkten wird eine Anhebung um 25 Basispunkte bei der laufenden Notenbanksitzung bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent eingepreist. Der Leitindex Nikkei 225 notiert derweil mit 64.152 Punkten kaum verändert.

Die Zinsanhebung markiert das Ende einer jahrzehntelangen Phase extrem niedriger Finanzierungskosten. Höhere Leitzinsen verteuern Kredite im Schnitt schneller, als Institute die Zinsen für Einlagen anheben müssen. Das verschafft den Finanzhäusern einen spürbaren Ertragsvorteil, der ihnen über Jahre verwehrt blieb.

Bankaktien profitieren, Exporteure leiden

Die großen Geldhäuser spüren diesen Rückenwind seit Monaten. Mitsubishi UFJ Financial verzeichnet im bisherigen Jahresverlauf ein Kursplus von 49,4 Prozent, während die Papiere von Mizuho Financial um 52,0 Prozent zulegten.

Die Kehrseite der strafferen Geldpolitik trifft die japanische Exportindustrie. Ein erstarkender Yen verringert die im Ausland erzielten Erlöse, sobald diese in die Heimatwährung umgerechnet werden. Bei Autobauern und Konsumgüterherstellern hinterlässt diese Währungsbewegung deutliche Bremsspuren in den Bilanzen.

Besonders deutlich zeigt sich das bei traditionsreichen Exportwerten. Die Aktie von Toyota büßte seit Jahresbeginn 8,8 Prozent ein, während Nintendo ein Minus von 21,8 Prozent verbucht.

Zinspfad bis 2027 im Blick

Analysten stellen sich bereits auf eine längere Serie von Zinsschritten ein. Bis Januar 2027 könnte der Leitzins nach ihren Schätzungen auf 1,5 Prozent klettern.

Für Ende 2027 halten Marktbeobachter sogar eine Zinsspanne von 1,75 bis 2,0 Prozent für erreichbar. Höhere Finanzierungskosten dürften dann vor allem die fremdkapitalintensiven Immobilien- und Versorgerbranchen belasten.

Für die weitere Marktentwicklung ist der begleitende Kommentar von Notenbankchef Kazuo Ueda ausschlaggebend. Bestätigt er einen vierteljährlichen Rhythmus für Zinsanhebungen, dürfte die Aufwertung des Yen anhalten und exportlastige Branchen weiter belasten. Kündigt Ueda hingegen ein vorsichtiges, rein datenabhängiges Vorgehen an, verschafft dies den Exporteuren vorerst Erleichterung.

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