Barrick Aktie: IPO-Pläne wackeln

Barrick meldet starke Quartalszahlen, doch ein Konflikt mit Partner Newmont um das Nevada-Joint-Venture könnte den geplanten Börsengang der Nordamerika-Assets gefährden.

Die Kernpunkte:
  • Starker operativer Cashflow und Gewinnsprung im Q4
  • Geplanter Börsengang der Nordamerika-Assets 2026
  • Konflikt mit Newmont um Nevada-Gold-Mines
  • Neue Ausschüttungspolitik und Aktienrückkäufe

Barrick steht operativ so stark da wie lange nicht mehr – doch ausgerechnet ein Streit mit Partner Newmont könnte den nächsten großen Strategiezug erschweren. Im Raum steht ein Börsengang der Nordamerika-Assets, der Wert freisetzen soll. Nur: Kommt das Vorhaben überhaupt an den Start, wenn die gemeinsame Nevada-Mine zum Zankapfel wird?

Starke Zahlen, hohe Cashflows

Mit den Ende Februar veröffentlichten Jahres- und Q4-Zahlen für 2025 hat Barrick geliefert. Im vierten Quartal erzielte das Unternehmen 6,0 Mrd. US-Dollar Umsatz, 2,73 Mrd. US-Dollar operativen Cashflow und 1,62 Mrd. US-Dollar freien Cashflow. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,04 US-Dollar – ein Plus von 79% gegenüber dem dritten Quartal.

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Auch operativ lief es rund: Die Goldproduktion stieg im Q4 gegenüber Q3 um 5% auf 871.000 Unzen. Gleichzeitig nennt Barrick Gesamtkosten (Total Cash Costs) von 1.205 US-Dollar je Unze und All-in Sustaining Costs (AISC) von 1.581 US-Dollar je Unze. Im Branchenkontext wirkt das wie Rückenwind: Laut Bericht operieren die „Tier-One“-Assets bei rund 70% Bruttomarge, gestützt durch ein sehr hohes Goldpreisniveau.

„NewCo“: Börsengang als Werthebel

Der strategisch wichtigste Baustein ist die geplante Abspaltung der nordamerikanischen Gold-Assets in eine eigene Gesellschaft („NewCo“) mit anschließendem Börsengang. Der Verwaltungsrat hat einstimmig grünes Licht gegeben, die IPO-Vorbereitungen zu prüfen – mit dem Ziel, den Unternehmenswert für Aktionäre sichtbar zu machen.

Geplant ist, Ende 2026 etwa 10% bis 15% von NewCo an die Börse zu bringen. In NewCo sollen unter anderem Barricks Beteiligungen an den Joint-Venture-Interessen rund um Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo einfließen, außerdem die vollständig eigene Fourmile-Entdeckung in Nevada. Die Logik dahinter: Analysten erwarten, dass ein „Pure Play“ in Nordamerika eher mit einem Aufschlag bewertet wird – und damit ein möglicher „Geopolitik-Abschlag“ kleiner ausfällt, der bei global stärker exponierten Minenbetreibern häufig eine Rolle spielt.

Fourmile wächst – Streit in Nevada bremst

Für die NewCo-Story ist Fourmile ein zentraler Treiber. Barrick meldet, die deklarierte Goldressource sei zum zweiten Mal in Folge verdoppelt worden: 2,6 Mio. Unzen „indicated“ mit 17,59 g/t sowie 13 Mio. Unzen „inferred“ mit 16,9 g/t. Entsprechend soll das Bohrbudget 2026 auf 150 bis 160 Mio. US-Dollar steigen (nach 91 Mio. US-Dollar 2025). Das ist ein klares Signal: Das Projekt soll schneller skaliert werden.

Genau hier liegt aber auch der Konfliktstoff. Newmont hat Barrick am 3. Februar 2026 formell einen „Default Notice“ zugestellt. Der Vorwurf: Barrick habe systematisch Ressourcen aus dem gemeinsamen Nevada-Gold-Mines-Komplex abgezogen und auf ein ausschließlich Barrick gehörendes Projekt umgelenkt. Im Kern geht es um das 2019 gegründete Joint Venture Nevada Gold Mines (61,5/38,5).

Brisant für den IPO-Plan: Laut Bericht sieht Newmont eine Zustimmungspflicht, falls Barrick die Einheit an die Börse bringen will. Zudem wird berichtet, Newmont habe selbst Interesse am Erwerb von Barricks Nevada-Assets signalisiert. Barrick widerspricht den Vorwürfen, kann sich laut CEO Mark Hill aber wegen vertraglicher Vorgaben nur begrenzt öffentlich äußern. Das Joint-Venture-Abkommen sieht eine 30-Tage-Frist vor, um den Punkt zu beheben oder Gegenmaßnahmen einzuleiten – diese Frist läuft Anfang März ab.

Dividende, Rückkäufe und der Blick auf 2026

Parallel zu den Zahlen hat Barrick die Ausschüttungspolitik angepasst: Künftig soll die Gesamtausschüttung jährlich 50% des zurechenbaren freien Cashflows betragen – kombiniert aus einer fixen Basisdividende von 0,175 US-Dollar je Aktie pro Quartal plus einem leistungsabhängigen Aufschlag zum Jahresende. Zusätzlich kaufte Barrick im vierten Quartal rund 12,11 Mio. Aktien zurück; im Gesamtjahr waren es 51,90 Mio. Aktien (rund 3,0% der ausstehenden Aktien) für 1,5 Mrd. US-Dollar.

Für 2026 peilt Barrick 2,90 bis 3,25 Mio. Unzen Goldproduktion an. Die Kostenprognose (AISC) liegt bei 1.760 bis 1.950 US-Dollar je Unze und basiert auf einer Goldpreis-Annahme von 4.500 US-Dollar je Unze.

An der Börse notierte die Aktie am Freitag bei 42,95 Euro und liegt damit nur rund 3% unter dem 52‑Wochen-Hoch von Ende Januar.

Anfang März wird entscheidend, ob Barrick innerhalb der 30-Tage-Frist eine Lösung im Nevada-Joint-Venture findet oder ob der Konflikt in ein Gerichtsverfahren in Nevada kippt – und damit ausgerechnet den Zeitplan und die Umsetzbarkeit des geplanten „NewCo“-Börsengangs direkt tangiert.

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