Barrick Gold: Zeit für eine Neubewertung?

Die aktuell vorgelegten Quartalszahlen lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Die Aktie des Goldproduzenten ist reif für einen Turnaround. Was sich sicherlich seltsam liest, nachdem Barrick Gold eigentlich ein eher schwaches Resultat ablieferte. Doch der Knackpunkt steckt in den Perspektiven, die wir angesichts einiger interessanter Details für ausbaufähig halten.

 

GoldbarrenGrundsätzlich fiel das zweite Quartal noch schlechter aus als schon vorher erwartet worden war. Wie wir bereits in unserer letzten Besprechung schrieben, hatten die Analysten ihre Gewinnerwartungen auf 0,06 Dollar je Aktie ohne Sondereffekte reduziert. Tatsächlich konnte Barrick Gold nur 0,05 Dollar je Aktie ausweisen, fast zwei Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum.

 

Abschläge bei Produktion und Verkauf

Die Grundlage dafür wurde bereits in einer reduzierten Goldproduktion sowie entsprechend geringeren Verkaufsmengen gelegt. Insgesamt verkaufte Barrick Gold 1,466 Mio. Unzen, rund 3,3% weniger als im Vorjahr. Und das auch noch zu einem geringeren Durchschnittspreis. Dieser lag bei 1.190 Dollar je Unze und damit rund 7,75 unter den Vorjahreswerten.

Im Gegenzug stiegen die Produktionskosten an. Die All-in sustaining costs (AISC), die kurz gesagt alle Kosten für die laufende Produktion (inklusive auch Verwaltung etc.) umfassen, kletterten um 3,5% auf 895 Dollar je Unze. Das war mehr als die gut 877 Dollar je Unze, mit denen die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten.

 

Barrick Gold produziert wieder Verluste

Das Resultat unter dem Strich war somit absehbar. Während der Umsatz um rund 9,2% zurückging, tauchte Barrick Gold im Nettoergebnis wieder in die Verlustzone. Allerdings: Im direkten Vergleich zum Vorjahresquartal schnitt der Goldminen-Betreiber mit den ausgewiesenen 9 Mio. Dollar Verlust immer noch deutlich besser ab. Denn im Vorjahr hatte es im zweiten Quartal noch ein sattes Minus von 269 Mio. Dollar gegeben.

Zusammen mit den Daten aus dem ersten Quartal hat Barrick Gold damit im Jahresvergleich noch die Nase vorn. Das sowohl netto mit einem Gewinn von 48 Mio. Dollar gegenüber einem Halbjahresverlust im letzten Jahr von 181 Mio. Dollar, als auch ohne Sonderfaktoren (aktuell plus 0,04 Dollar je Aktie gegenüber minus 0,16 Dollar im Vorjahr).

 

Maßnahmenplan zur Kostensenkung

Und Barrick Gold setzt alles daran, um diesen noch bestehenden Vorsprung wieder stärker auszubauen. Unter dieser Prämisse stehen der nun verkündete Aktionsplan sowie die neuen Prognosen. So will Barrick Gold seine schon umgesetzten Asset-Verkäufe weiter ausbauen.

Auf der Kostenseite will man bis Ende 2016 2 Mrd. Dollar an Kosten einsparen, gleichzeitig soll die Schuldenlast weiter abgebaut werden. Bei den Produktionskosten will man auf Jahresbasis bei den AISC eine Bandbreite zwischen 840 und 880 Dollar je Unze schaffen. Das bisherige Ziel lag bei 860 bis 895 Dollar.

Das klingt erst einmal ambitioniert. Zumal der Preisdruck bei Gold nicht nachlassen dürfte. Aber Barrick Gold hat seine Planungen mit einem Goldpreis von 900 Dollar je Feinunze unterlegt, weshalb hier ein Erreichen der Ziele durchaus drin ist. Was letztlich auch eine Stabilisierung der Ergebnissituation bedeuten kann.

 

Aktie deutlich überverkauft, gelingt der Rebound?

Nun der Blick auf die Aktie. Die hat den Goldpreisverfall und die schwierigen operativen Zahlen von Barrick Gold längst zu Genüge eingepreist. Die wesentlichen technischen Indikatoren wie MACD und RSI signalisieren eine stark überverkaufte Situation, während auf der Seite des Handelsumsatzes (im Chart auf Basis der deutschen Notierungen) ein deutliches Nachlassen des Verkaufsdrucks ablesen lässt.

Dies alles zusammen genommen, signalisiert, dass Barrick Gold um die 6 Euro eine Bodenbildung schaffen kann, die bekanntlich erste Voraussetzung für einen nachhaltigen Rebound wäre. Geht die Spekulation auf einen Rebound auf, wäre Barrick Gold sicherlich in der Lage, sich in einem ersten Schritt bis auf das Niveau um die 9 Euro vorzuarbeiten. Wie schnell das geht, hängt sicher vom weiteren Goldpreisverlauf und den nächsten Quartalsergebnissen ab. Doch wenn Barrick Gold es schafft, seine Kosteneinsparungen umzusetzen, wäre hier viel Luft nach oben.

Barrick-Gold-06-08-15

%d Bloggern gefällt das: