Barrick Mining Aktie: Einschätzung gefordert?
Trotz Rekordgewinns und starker Cashflows belasten steigende Kosten und ein eskalierender Joint-Venture-Streit mit Newmont die geplante Abspaltung wertvoller US-Assets.

- Rekordgewinn trotz deutlich gestiegener Produktionskosten
- Streit mit Newmont bedroht geplante Abspaltung von US-Assets
- Dividendenpolitik angepasst und Aktienrückkäufe fortgesetzt
- Bewertung liegt unter dem Branchendurchschnitt
Rekord-Quartal, ambitionierte IPO-Pläne – und trotzdem rutschte die Barrick-Aktie Anfang März deutlich ab. Der Grund: sinkende Goldpreise und ein eskalierender Streit mit Joint-Venture-Partner Newmont, der ausgerechnet die Kronjuwelen der geplanten Umstrukturierung bedroht.
Starke Zahlen, schwache Börsenreaktion
Das vierte Quartal 2025 lieferte beeindruckende Kennzahlen: Barrick erzielte einen operativen Cashflow von 2,73 Milliarden Dollar und einen Free Cashflow von 1,62 Milliarden Dollar – Steigerungen von 13 Prozent und 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Gewinn je Aktie erreichte mit 1,43 Dollar ein Allzeithoch.
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Dennoch brach die Aktie am 3. März bis 13:15 Uhr ET um 8,7 Prozent ein. Die Belastung kam von zwei Seiten: Gold hatte Ende Februar bei 5.278 Dollar je Unze geschlossen, war nach US-Luftangriffen im Iran kurzzeitig auf 5.416 Dollar gestiegen und fiel dann deutlich zurück. Am Dienstag beschleunigte sich der Rückgang bei Gold und Silber – und zog Barrick mit nach unten.
Über sechs Monate betrachtet legte die Aktie allerdings 61,3 Prozent zu und übertraf damit sowohl den Branchendurchschnitt (53 Prozent) als auch den S&P 500 (6,1 Prozent). Konkurrenten wie Newmont (57,6 Prozent), Kinross Gold (50,8 Prozent) und Agnico Eagle Mines (50,9 Prozent) blieben ebenfalls zurück.
Kostenbelastung trotz hoher Goldpreise
Die Rekordergebnisse haben einen Haken: Die Gesamtkosten je Unze Gold stiegen im vierten Quartal um rund 15 Prozent, die All-in-Sustaining-Costs (AISC) um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2025 kletterten die AISC um 10 Prozent auf 1.637 Dollar.
Verantwortlich dafür war vor allem die geringere Produktion. Die Aussetzung des Betriebs in der Loulo-Gounkoto-Mine drückte die Goldförderung im vierten Quartal um 19 Prozent auf 871.000 Unzen. Für 2026 prognostiziert Barrick eine Produktion von 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen bei AISC zwischen 1.760 und 1.950 Dollar je Unze – Basis ist ein angenommener Goldpreis von 4.500 Dollar. Niedrigere Erzgehalte, teurere Verbrauchsmaterialien und die Wiederaufnahme in Loulo-Gounkoto treiben die Kosten.
IPO-Pläne auf der Kippe
Strategisch bedeutsamer ist die geplante Abspaltung der nordamerikanischen Premium-Assets. Der Vorstand hat das Management autorisiert, einen Börsengang einer neuen Einheit („NewCo“) vorzubereiten, die Barricks Anteile an Nevada Gold Mines und Pueblo Viejo sowie das vollständig eigene Fourmile-Projekt in Nevada umfassen soll. Interim-CEO Mark Hill plant, 10 bis 15 Prozent der Einheit zu verkaufen. Der IPO soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Doch jetzt hat Newmont eine Verzugsmitteilung verschickt und wirft Barrick vor, Ressourcen von Nevada Gold Mines abgezogen und in das eigene Fourmile-Projekt umgeleitet zu haben. Newmont sieht darin einen Verstoß gegen die Joint-Venture-Vereinbarung von 2019. Barrick hält 61,5 Prozent an Nevada Gold Mines, Newmont 38,5 Prozent.
Der Vorwurf bedroht die IPO-Pläne direkt, denn NewCo soll genau diese Nevada-Beteiligung, Fourmile und eine weitere gemeinsame Mine in der Dominikanischen Republik enthalten.
Fourmile liefert – trotz Streit
Ungeachtet des Konflikts meldet Barrick von Fourmile weiterhin starke Explorationsergebnisse. Die nachgewiesenen Goldressourcen wurden zum zweiten Mal in Folge verdoppelt – auf 2,6 Millionen Unzen mit 17,59 Gramm je Tonne im Bereich „Indicated“ und 13 Millionen Unzen „Inferred“. Die Bohrausgaben steigen 2026 auf 150 bis 160 Millionen Dollar, nach 91 Millionen im Vorjahr.
Der geplante Zugang über den Bullion Hill Decline läuft nach Plan, die Erschließung soll im vierten Quartal 2026 beginnen. Die Erweiterung der Kupfermine Lumwana liegt leicht vor dem Zeitplan.
Dividende und Rückkäufe
Barrick hat seine Dividendenpolitik angepasst: Ab dem vierten Quartal 2025 zahlt das Unternehmen insgesamt 50 Prozent des zurechenbaren Free Cashflows aus – bestehend aus einer festen Basisdividende von 0,175 Dollar je Quartal und einer leistungsabhängigen Bonuskomponente zum Jahresende.
Im vierten Quartal kaufte Barrick rund 12,11 Millionen eigene Aktien zurück, im Gesamtjahr etwa 51,90 Millionen Aktien für 1,5 Milliarden Dollar – rund 3 Prozent der ausstehenden Aktien. Die Dividende für das vierte Quartal wird am 16. März 2026 ausgezahlt.
Bewertung unter Branchenschnitt
Barrick wird derzeit mit einem Forward-KGV von 12,41 gehandelt – rund 7,9 Prozent unter dem Branchendurchschnitt von 13,47 und günstiger als Agnico Eagle, Newmont und Kinross Gold.
Die Free-Cashflow-Konversion lag 2025 bei etwa 50 Prozent, der Free Cashflow stieg um 194 Prozent. Gold profitierte 2025 von aggressiver Handelspolitik, neuen Zöllen und Käufen durch Zentralbanken.
Starke Basis, unklare Umsetzung
Barrick startet ins zweite Quartal 2026 mit Rekord-Cashflows, überarbeiteter Dividendenpolitik und einer klaren Strategie. Doch die Verzugsmitteilung von Newmont bringt erhebliche Unsicherheit in die wertvollsten Assets des IPO-Plans. Wie das Unternehmen den Joint-Venture-Streit löst und ob der geplante Börsengang der Nevada-Assets wie vorgesehen über die Bühne geht, wird 2026 eine der meistbeachteten Entwicklungen im globalen Goldbergbau sein.
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