Barrick Mining Aktie: El Alto verzögert sich?
Ein Richterwechsel verzögert Barricks Vorhaben in Chile, während die Umsiedlung für den Ausbau von Pueblo Viejo vorankommt.

- Drei chilenische Richter erklärten sich befangen
- El-Alto-Projekt wechselt zum Zweiten Umweltgericht
- 581 Familien in neue Siedlung umgezogen
- Agnico Eagle lehnte Beteiligung am Börsengang ab
Befangenheit am chilenischen Umweltgericht
Ein juristischer Zwischenfall in Chile bremst die Explorationspläne von Barrick Mining, während der Bergbaukonzern in der Dominikanischen Republik Fortschritte bei einer Minenerweiterung meldet. Am Donnerstag erklärten sich alle drei Richter des Ersten Umweltgerichts in Chile für befangen. Vorausgegangen war am Mittwoch die versehentliche Veröffentlichung einer Entscheidung über das umstrittene Explorationsprojekt El Alto.
Die Gerichtsbehörde hatte eine Mitteilung publiziert, wonach Eilanträge gegen die Barrick-Tochter Compañía Minera Nevada abgewiesen worden seien. Ein entsprechender Beschluss existierte in den Gerichtsakten jedoch gar nicht.
Weil der Berichterstatter des Verfahrens früher jahrelang für Barrick gearbeitet hatte, wandert der Rechtsstreit nun an das Zweite Umweltgericht. Bei dem Erkundungsvorhaben El Alto stehen geplante Investitionen von 35 Millionen US-Dollar auf dem Spiel.
Für das Unternehmen bedeutet die Verzögerung einen Dämpfer in den Anden. Das Vorhaben knüpft an das Areal der ehemaligen Mine Pascua Lama an, die nach schweren Umweltstreitigkeiten endgültig stillgelegt worden war. Frühere Bohrungen hatte der chilenische Oberste Gerichtshof für illegal erklärt, weshalb neue Schritte in der Region unter strenger Beobachtung stehen.
Fortschritte bei Mine Pueblo Viejo
Deutlich reibungsloser verläuft dagegen die Erweiterung der Mine Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik. Für das Großprojekt wurden 581 Familien in die neu geschaffene Siedlung Nuevos Horizontes umgesiedelt. Das gesamte Umsiedlungsprogramm umfasst ein Investitionsvolumen von 20 Milliarden Dominikanischen Pesos.
Nach Angaben der Betreibergesellschaft akzeptierte der überwiegende Teil der betroffenen Haushalte die angebotenen Pakete. Neben neuen Unterkünften entstehen vor Ort Bildungseinrichtungen wie ein Polytechnikum, um die örtlichen Gemeinden einzubinden. Barrick schafft damit den notwendigen Spielraum für den Ausbau des dortigen Tagebaus.
Strategische Neuausrichtung und Kostendruck
Parallel zu den operativen Projekten treibt das Management die Neuordnung des Gesamtkonzerns voran. Geplant ist unter anderem ein Börsengang für nordamerikanische Vermögenswerte. Vor rund zwei Wochen lehnte Agnico Eagle eine Beteiligung an diesem Vorhaben ab. Zugleich mahnen Branchenbeobachter vor Gegenwind: Höhere Lizenzabgaben, teurer Treibstoff und geopolitische Risiken belasten die Produktionskosten je Unze.
Am Aktienmarkt behauptete sich der Rohstoffwert dennoch. An der Heimatbörse ging das Papier vor dem Wochenende mit 60,70 CAD aus dem Handel. Damit notiert der Kurs 3,9 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 58,42 CAD.
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