Barrick Mining Aktie: Vorsicht angesagt?

Barrick meldet historische Quartalszahlen und plant die Abspaltung seiner nordamerikanischen Goldsparte. Ein eskalierender Konflikt mit Partner Newmont gefährdet jedoch den geplanten Börsengang.

Die Kernpunkte:
  • Historische Quartalszahlen übertreffen Analystenerwartungen
  • Plan zur Abspaltung der nordamerikanischen Goldaktiva
  • Eskalierender Rechtsstreit mit Partner Newmont
  • Neue Dividendenpolitik mit höherer Ausschüttungsquote

Barrick Mining meldet Rekordgewinne für das vierte Quartal 2025 und plant zeitgleich den Börsengang seiner nordamerikanischen Goldsparte. Doch der ehrgeizige IPO-Plan steht auf der Kippe: Ein hochbrisanter Rechtsstreit mit Joint-Venture-Partner Newmont erreicht Anfang März eine kritische Frist.

Historische Quartalszahlen übertreffen Erwartungen

Das Schlussquartal 2025 markiert einen finanziellen Meilenstein für Barrick. Das Unternehmen förderte 871.000 Unzen Gold und 62.000 Tonnen Kupfer. Der Umsatz kletterte auf 6,00 Milliarden Dollar – ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und deutlich über der Analystenschätzung von 5,16 Milliarden Dollar.

Der operative Cashflow erreichte 2,73 Milliarden Dollar, der freie Cashflow 1,62 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,04 Dollar und übertraf die Konsenserwartung von 0,87 Dollar klar.

Auf Jahressicht generierte Barrick 7,7 Milliarden Dollar operativen Cashflow und 3,9 Milliarden Dollar freien Cashflow – ein Anstieg von 194 Prozent im Jahresvergleich. Die Nettoverschuldung drehte ins Plus: 2 Milliarden Dollar Nettoliquidität stehen nun in den Büchern. Parallel kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar zurück, was einer Reduzierung der ausstehenden Anteile um rund drei Prozent entspricht.

Neue Dividendenpolitik setzt auf Ausschüttungsquote

Barrick koppelt die Zahlen mit einer umfassenden Neuausrichtung der Kapitalrückführung. Die neue Dividendenpolitik sieht eine Gesamtausschüttung von 50 Prozent des zurechenbaren freien Cashflows vor. Diese setzt sich zusammen aus einer festen Basisdividende von 0,175 Dollar pro Quartal und einem leistungsabhängigen Bonus am Jahresende.

Für das vierte Quartal 2025 wurde eine Dividende von 0,42 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 16. März 2026 an Aktionäre mit Eintragung zum 27. Februar 2026.

Der geplante Spin-Off: Nordamerika-Assets als eigenständige Einheit

Die strategisch weitreichendste Entscheidung betrifft die Abspaltung der nordamerikanischen Goldaktiva. Der Vorstand hat am 5. Februar 2026 grünes Licht für die Vorbereitung eines Börsengangs gegeben. Ziel ist die Fertigstellung der Transaktion bis Ende 2026.

Das neue Unternehmen soll drei Kernassets vereinen: die 61,5-Prozent-Beteiligung an Nevada Gold Mines, den 60-Prozent-Anteil an der Pueblo Viejo Mine in der Dominikanischen Republik sowie das vollständig im Barrick-Besitz befindliche Fourmile-Projekt.

Die Restrukturierung trennt die etablierten Gold-Standorte in Nordamerika und der Karibik von Barricks zunehmend auf Kupfer fokussierten internationalen Expansionsstrategie. Investoren sollen künftig zwischen einem ertragsstarken Goldproduzenten und einem wachstumsorientierten Dual-Commodity-Konzern wählen können.

Fourmile verdoppelt Ressourcen erneut

Am vollständig zu Barrick gehörenden Fourmile-Projekt in Nevada gelang dem Team die zweite Verdopplung der deklarierten Goldressourcen in Folge. Aktuell weist Fourmile 2,6 Millionen Unzen angezeigte Ressourcen (4,6 Millionen Tonnen bei 17,59 Gramm pro Tonne) sowie 13 Millionen Unzen abgeleitete Ressourcen (25 Millionen Tonnen bei 16,9 Gramm pro Tonne) aus. Die Bohrausgaben sollen 2026 auf 150 bis 160 Millionen Dollar steigen, verglichen mit 91 Millionen Dollar im Vorjahr.

Der Nevada-Konflikt spitzt sich zu

Der IPO-Plan steht unter massivem Druck. Am 3. Februar 2026 hat Newmont Corporation, Minderheitspartner im Nevada Gold Mines Joint Venture, eine formelle Verletzungsmitteilung an Barrick übermittelt. Newmont wirft Barrick eine systematische Umleitung von Ressourcen vor – weg vom gemeinsamen NGM-Komplex, hin zum ausschließlich Barrick gehörenden Fourmile-Projekt.

Laut Newmonts Meldung vom 20. Februar und den nachfolgenden 10-K-Einreichungen habe Barrick die Entwicklung von Fourmile priorisiert. Das Projekt liegt zwar neben dem NGM-eigenen Cortez-Komplex, wurde aber bewusst aus der 2019 geschlossenen Partnerschaft ausgeklammert. Spezialisiertes Personal, schweres Gerät und technisches Know-how seien zu Lasten des Joint Ventures abgezogen worden, so der Vorwurf.

Das 2019 gegründete Nevada Gold Mines Joint Venture entstand, nachdem Barrick ein feindliches Übernahmeangebot für Newmont zurückgezogen hatte. NGM zählt zu den weltweit größten Goldförder-Komplexen. Barrick hält 61,5 Prozent, Newmont 38,5 Prozent.

Die 30-Tage-Frist läuft ab

Nach den Bestimmungen des JV-Vertrags hat ein Partner, dem Vertragsverletzung vorgeworfen wird, 30 Tage Zeit zur Abhilfe oder Einleitung korrigierender Maßnahmen. Bleibt die Streitigkeit ungelöst, kann sie vor Gericht in Nevada landen.

Die 30-Tage-Frist endet Anfang März 2026. Der Streit gefährdet Barricks geplanten nordamerikanischen Spin-Off, wobei NGM rund 60 Prozent der Marktbewertung ausmacht – während die Produktion dort rückläufig ist.

Informierte Kreise berichten, dass Newmont der Ansicht ist, der geplante Börsengang erfordere ihre Zustimmung. Newmont habe zudem bereits Interesse am Erwerb von Barricks Nevada-Vermögenswerten bekundet.

Ausblick 2026: Produktion und Kostenziele

Die Goldproduktionsprognose für 2026 liegt bei 2,90 bis 3,25 Millionen Unzen. Zum Vergleich: Die tatsächliche Goldproduktion 2025 betrug 3,26 Millionen Unzen, bereinigt um die veräußerten Assets Hemlo und Tongon 3,03 Millionen Unzen.

Die Kostenguidance für Gold umfasst Gesamtbarkosten von 1.330 bis 1.470 Dollar je Unze sowie All-in-Sustaining-Kosten von 1.760 bis 1.950 Dollar je Unze, basierend auf einem angenommenen Goldpreis von 4.500 Dollar je Unze. Die Kupferproduktion soll 2026 zwischen 190.000 und 220.000 Tonnen liegen.

Der Ausblick unterstreicht Barricks Wandel zu einem Dual-Commodity-Produzenten. Bis 2030 soll Kupfer 30 bis 40 Prozent des Konzern-EBITDA beisteuern.

Die Lumwana-Erweiterung liegt leicht vor dem Zeitplan, die Lieferungen der Minenflotte für 2026 haben bereits begonnen.

Entscheidende Tage stehen bevor

Barrick startet in den März 2026 mit Rekordfinanzkraft und einem transformativen Strukturplan. Doch der Newmont-Konflikt bringt erhebliche Unsicherheit zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Der Börsengang steht unter dem Vorbehalt der Marktbedingungen, behördlicher Genehmigungen und der finalen Zustimmung des Vorstands.

Analysten sehen im öffentlichen Disput neue Fragen zu Governance und Bewertung aufkommen. Die Abspaltung der nordamerikanischen Assets könnte sich verzögern oder komplizierter gestalten als geplant. Mit Ablauf der 30-Tage-Frist in den kommenden Tagen dürfte sich zeigen, welche strategische Richtung Barrick 2026 einschlagen kann.

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