Barry Callebaut Aktie: Analysten hatten mehr erwartet

Mehr Absatz und geringere Schulden prägen die Jahresbilanz; für 2026/27 erwartet der Konzern ein moderates operatives Gewinnwachstum.

Die Kernpunkte:
  • Operatives Ergebnis soll um 3–5 Prozent wachsen
  • Analystenkonsens lag bei 5,5 Prozent
  • Schlussquartalsabsatz stieg um 5,7 Prozent
  • Nettoverschuldung sank um 42,5 Prozent

Barry Callebaut rechnet nach einem schwachen Geschäftsjahr wieder mit steigenden Gewinnen. Der heute veröffentlichte Ausblick bleibt allerdings hinter den Markterwartungen zurück: Das wiederkehrende operative Ergebnis soll währungsbereinigt um 3–5% wachsen. Laut Reuters hatten Analysten 5,5% erwartet. Die Aktie gewinnt heute dennoch 4,6% – die Jahresbilanz bietet mit einer Absatzerholung und deutlich niedrigeren Schulden auch positive Signale.

Damit ergibt sich für Anleger ein gemischtes Bild. Das Geschäft gewinnt mengenmäßig wieder an Schwung. Die Erholung schlägt sich aber noch nicht in einer entsprechend kräftigen Gewinnprognose nieder.

Kakaoannahme begrenzt den Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Barry Callebaut ein Absatzwachstum von 1–3%. Die Planung beruht auf einem angenommenen Kakaobohnenpreis von 4.000 britischen Pfund je Tonne. Reuters zufolge liegt diese Annahme höher als noch im Juli.

Der Rohstoffpreis bleibt damit eine wichtige Voraussetzung für den Ausblick. Die angekündigte Ergebnissteigerung ist keine vorbehaltlose Zusage, sondern an das unterstellte Preisumfeld gebunden. Zugleich zeigt der Vergleich mit dem Analystenkonsens: Der Konzern kalkuliert beim operativen Gewinn vorsichtiger als der Markt.

Beim wiederkehrenden Vorsteuergewinn stellt Barry Callebaut währungsbereinigt einen Zuwachs von rund 30% in Aussicht. Der freie Cashflow soll 200–300 Mio. Schweizer Franken erreichen. Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA soll höchstens 2,9 betragen.

Absatzwende bei rückläufigem Ergebnis

Die Grundlage für die erwartete Erholung liefern die jüngsten Absatztrends. Nach Rückgängen im Gesamtjahr verzeichnete Barry Callebaut in beiden Quartalen der zweiten Geschäftsjahreshälfte wieder Wachstum. Besonders das Gourmet-Geschäft legte zum Jahresende zu.

Im Geschäftsjahr 2025/26 sank der Konzernabsatz um 0,7%. Im Schlussquartal stieg er dagegen um 5,7% gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit setzte sich die Erholung aus dem vorangegangenen Quartal fort.

Die bessere Mengenentwicklung konnte den Ergebnisrückgang noch nicht verhindern. Ungünstige Gourmet-Kakaopositionen, Lieferprobleme und eine geringere Weitergabe von Finanzierungskosten belasteten das Geschäft. Niedrigere kakaopreisgebundene Verkaufspreise drückten zudem den Umsatz.

Die Erlöse erreichten 12.189,6 Mio. Schweizer Franken. Das wiederkehrende EBIT lag bei 594,0 Mio. Schweizer Franken und sank währungsbereinigt um 14,1%.

Ein Gegengewicht zur schwachen Gewinnentwicklung bildet die verbesserte Finanzlage. Der hohe Mittelzufluss ging mit einem erheblichen Schuldenabbau einher. Für die Aktionäre soll die Ausschüttung dennoch unverändert bleiben.

Der freie Cashflow erreichte 2.009,8 Mio. Schweizer Franken. Die Nettoverschuldung sank um 42,5%. Als Dividende schlägt das Unternehmen unverändert 29 Schweizer Franken je Aktie vor.

Hershey bremst das Mengenwachstum

Eine zusätzliche Belastung für die kommende Absatzentwicklung ist bereits absehbar: Die Partnerschaft mit Hershey läuft aus. Der Übergang von Liefermengen soll das Wachstum bremsen, nach Unternehmensangaben aber die Profitabilität nicht beeinträchtigen.

Der Vertrag endet Ende 2027. Im Geschäftsjahr 2026/27 dürfte der Übergang den Konzernabsatz voraussichtlich um rund 1% mindern.

Die zentrale Bewährungsprobe liegt deshalb im operativen Geschäft: Barry Callebaut muss das wiedergewonnene Mengenwachstum trotz dieser Belastung in höhere Ergebnisse übersetzen. Die Jahreszahlen belegen eine Absatzstabilisierung und finanzielle Entlastung. Für eine kräftige operative Gewinnerholung liefert der vorsichtige Ausblick hingegen noch keine Bestätigung.

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