BASF Aktie: 1,5-Milliarden-Rückkauf läuft aus

Das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm von BASF neigt sich dem Ende zu. Anleger fokussieren sich nun auf die Ankündigung der nächsten Tranche.

Die Kernpunkte:
  • Rückkaufprogramm läuft Ende Juni aus
  • BASF plant Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro
  • Operatives Geschäft zeigt sich widerstandsfähig
  • Analystenmeinungen zur Aktie stark gespalten

Bei BASF läuft ein wichtiger Kurstreiber aus. Ende Juni endet das aktuelle Aktienrückkaufprogramm. Der Markt wartet daher nicht nur auf die nächste Tranche, sondern auf den Fahrplan für eine größere Kapitalzusage.

Die Aktie wirkt damit weniger wie eine reine Chemiewette. Sie wird zum Test für BASFs Kapitaldisziplin.

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Der Rückkauf verliert an Zug

Das laufende Programm hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Es startete im November 2025 und soll bis Ende Juni 2026 abgeschlossen sein.

Es bildet den ersten Teil eines geplanten Gesamtrückkaufs von 4 Milliarden Euro bis Ende 2028. Genau hier liegt der Punkt: Der erste Baustein ist fast erledigt, der nächste noch nicht konkret getaktet.

Am 1. Juni meldete BASF den Kauf von 950.000 eigenen Aktien. Seit Programmstart summiert sich der Rückkauf auf 27.835.549 Stück.

Die zurückgekauften Papiere will der Konzern einziehen. Dadurch sinkt die Zahl der umlaufenden Aktien. Rechnerisch stützt das den Gewinn je Aktie.

Von 2025 bis 2028 will BASF mindestens 12 Milliarden Euro an Aktionäre ausschütten. Davon sollen rund 8 Milliarden Euro über Dividenden fließen.

Die jährliche Mindestdividende liegt bei 2,25 Euro je Aktie. Das entspricht rund 2 Milliarden Euro pro Jahr. Rückkäufe sollen den zweiten Teil liefern.

Operativ solide, aber nicht stark

Die Rückkaufstory steht auf einer operativen Basis, die robust wirkt. Euphorie löst sie aber nicht aus.

Im ersten Quartal sank der Umsatz um 3,0 Prozent auf 16,0 Milliarden Euro. Das zeigt den Druck im Chemiegeschäft.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 2,356 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es 2,5 Milliarden Euro. BASF spricht dennoch von Widerstandsfähigkeit in einem schwierigen Umfeld.

Für 2026 hält der Vorstand an seiner Prognose fest. BASF erwartet ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden und 7,0 Milliarden Euro.

Der Branchenrahmen bleibt hart. Der Chemieverband VCI erwartet für 2026 eine stagnierende Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Für die reine Chemie rechnet er mit einem Rückgang um 1 Prozent.

Bei sinkenden Preisen würde daraus ein Umsatzminus von 3,5 Prozent entstehen. BASF verweist zudem auf schwächere Chemienachfrage in der EU und den USA. In China soll das Wachstum zwar nachlassen, aber solide bleiben.

Analysten sehen zwei Welten

Das Analystenbild passt zur Lage: Rückkäufe und Kostenprogramme stützen die positive Sicht. Schwache Nachfrage und Währungsdruck liefern die Gegenargumente.

  • Deutsche Bank: „Buy“, Kursziel 60 Euro, mit Verweis auf attraktive Bewertung und Rückkauf-Nachfrage.
  • Goldman Sachs: „Buy“, Kursziel 65 Euro, gestützt durch höhere EBITDA-Schätzungen und Vertrauen in Kostensenkungen.
  • JP Morgan: „Underweight“, Kursziel 40 Euro, wegen schwacher Nachfragesichtbarkeit und Währungsgegenwind.

Die Spanne ist groß. Sie zeigt, wie stark der Markt zwischen Kapitalrückfluss und operativer Unsicherheit abwägt.

Am Freitag schloss die BASF-Aktie bei 50,55 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12,99 Prozent.

Der Kurs liegt 3,54 Prozent unter der kurzfristigen Durchschnittslinie. Er handelt aber 7,96 Prozent über der langfristigen Linie.

Bis Ende Juni steht damit die Kapitalfrage im Zentrum: BASF muss zeigen, wie der nächste Rückkauf-Baustein getaktet wird. Am 30. Juli 2026 folgen die Halbjahreszahlen. Dann zählt, ob Prognose, Nachfrage und Währungen die Ausschüttungspläne weiter tragen.

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