BASF Aktie: 16 Prozent Umsatzplus im Q2

BASF verzeichnet trotz Gaskrise ein Umsatzplus von 16 Prozent, während fallende Ölpreise die Rohstoffkosten entlasten. Die Gasversorgung bleibt jedoch ein Risiko.

Die Kernpunkte:
  • BASF legt um 0,7 Prozent zu
  • Gasspeicher auf Zehn-Jahres-Tief
  • Umsatzplus von 16 Prozent im Q2
  • Ölpreis fällt auf 87 Dollar

Während sich die Ölpreise am Mittwoch spürbar entspannen, bleibt die Gasversorgung für die deutsche Chemieindustrie ein Unsicherheitsfaktor – und BASF steht mitten in diesem Spannungsfeld. Die Aktie gewinnt am Vormittag 0,7 Prozent und notiert bei 51,87 Euro, nachdem sie bereits am Dienstag mit 51,50 Euro geschlossen hatte. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro aus dem April fehlen dem Papier noch 5,8 Prozent.

Gasspeicher auf Zehn-Jahres-Tief

Der Hintergrund der Nervosität liegt in der Energieversorgung. Nach US-Sanktionen gegen den Iran hatte sich die Sperrung der Straße von Hormus verlängert, was die deutschen Gasspeicher unter Druck setzt: Sie sind laut einer Civey-Umfrage unter 750 Unternehmern nur noch zu 50 Prozent gefüllt – der niedrigste Stand seit 2009. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von 80 Prozent bis zum 1. November gilt als praktisch unerreichbar. Der Gaspreis an der TTF-Börse liegt mit 65 bis 69 Euro je Megawattstunde deutlich über dem Februar-Niveau von rund 30 Euro.

Für energieintensive Chemiekonzerne wie BASF ist das keine Nebensache. Laut einer Erhebung des Beratungshauses Proxima können 56 Prozent der Großkonzerne Lieferkettenstörungen maximal drei Wochen überstehen, und mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen meldet bereits gestiegene Preise für Rohstoffe und Vorprodukte.

Zugleich zeigt sich, dass BASF im zweiten Quartal 2026 trotz der angespannten Lage ein Umsatzplus von 16 Prozent verbuchen konnte – stärker als die Wettbewerber Lanxess (plus 7 Prozent) und Evonik (plus 11 Prozent).

Entspannung am Ölmarkt als Gegengewicht

Auf der anderen Seite deutet sich an der Ölfront eine Beruhigung an. Der Brent-Preis fiel am Mittwoch um 1,5 Prozent auf 87,11 Dollar je Barrel, zeitweise sogar auf 86,05 Dollar – seit Montag ein Rückgang von rund 8 Dollar. Grund sind diplomatische Bemühungen zwischen Iran und Oman um einen vorübergehenden gemeinsamen Seekorridor für Öltransporte durch die Straße von Hormus.

Der Internationale Währungsfonds sieht die Weltwirtschaft ohnehin robuster als befürchtet: IWF-Chefin Kristalina Georgiewa erklärte, der Energieschock sei dank freigegebener Öl- und Gasreserven, gesunkener Nachfrage und des Ausbaus erneuerbarer Energien besser verkraftet worden als erwartet. Der IWF rechnet für 2026 mit einem globalen Wachstum von 3,0 Prozent.

Für Anleger ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Sinkende Ölpreise entlasten die Rohstoffkosten, während die knappe Gasversorgung im Winterhalbjahr ein Risiko für die Produktion bleibt. Der DAX selbst tendierte am Vormittag mit minus 0,12 Prozent auf 26.234 Punkte kaum verändert, während BASF sich gegen den schwachen Gesamtmarkt leicht absetzen konnte.

Blick auf die kommenden Wochen

Anleger richten den Blick nun auf die nächste Quartalsbilanz, die BASF für den 28. Oktober angekündigt hat. Bis dahin dürfte die Entwicklung der Gasspeicher und der Fortgang der diplomatischen Gespräche um die Straße von Hormus mitentscheidend dafür sein, ob sich der Rohstoffpreisdruck der vergangenen Monate weiter abschwächt oder mit Beginn der kälteren Jahreszeit erneut zunimmt.

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