BASF Aktie: 3,5 Milliarden Euro von Carlyle
BASF überrascht mit starken Quartalszahlen, hebt Jahresziele an und startet milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial.

- Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal
- Jahresprognose für bereinigtes EBITDA angehoben
- Neues Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro
- Stellenabbau am Standort Ludwigshafen fortgesetzt
Der Chemiekonzern BASF hat gestern mit der Vorlage seiner Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen. Neben einer Anhebung der Jahresprognose kündigte die Unternehmensführung zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Die Aktie reagierte im gestrigen Handel mit einem deutlichen Kursplus von 3,97 Prozent und schloss bei 50,88 Euro.
Sprung bei Umsatz und Ergebnis
Im Zeitraum von April bis Juni steigerte BASF den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Besonders kräftig legte das bereinigte EBITDA zu, das mit 2,45 Milliarden Euro rund 50 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Den Nettogewinn bezifferte das Unternehmen auf 4,1 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 79 Millionen Euro erzielt worden waren.
Dieser massive Gewinnsprung ist maßgeblich auf den abgeschlossenen Verkauf von 60 Prozent des Lackgeschäfts an Carlyle zurückzuführen, der einen steuerfreien Erlös von rund 3,5 Milliarden Euro einbrachte. Medienberichten zufolge profitierte der Konzern im operativen Geschäft zudem von einer verbesserten Auslastung und einer gestiegenen Nachfrage, die unter anderem durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten getrieben wurde.
Optimistischer Ausblick und Kapitalrückführung
Angesichts der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr hob der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Beim bereinigten EBITDA erwartet BASF nun einen Korridor zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor lediglich 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Beim freien Cashflow rechnet das Management mit Werten zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro.
Parallel dazu kündigte BASF an, ab August eigene Anteile im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückzukaufen. Das Programm soll bis April 2027 laufen und ist Teil eines größeren Rahmens über insgesamt vier Milliarden Euro. Ziel der Maßnahme ist es, den Shareholder Value zu steigern und gleichzeitig die Nettoverschuldung zu senken. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus der Aktie damit auf 14,52 Prozent.
Historischer Einschnitt am Stammsitz
Trotz der starken Finanzzahlen setzt BASF den harten Sparkurs fort. Seit Anfang 2024 hat der Konzern weltweit bereits rund 7.000 Stellen abgebaut. Ein Schwerpunkt der Restrukturierung liegt auf dem Stammwerk in Ludwigshafen, wo monatlich zwischen 300 und 350 Stellen wegfallen. Erstmals seit dem Jahr 1954 sank die Zahl der Vollzeitstellen am dortigen Standort damit auf unter 30.000 Mitarbeiter.
Konzernchef Markus Kamieth verwies in diesem Zusammenhang auf die hohen Restrukturierungskosten in Deutschland und die Notwendigkeit, Fixkosten bis zum Jahr 2029 um 20 Prozent zu senken. Bis Ende des laufenden Jahres will BASF jährliche Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro realisieren, wovon bereits zwei Milliarden Euro erreicht seien.
Analysten sehen weiteres Potenzial
In ersten Einschätzungen zeigten sich Analysten überzeugt von der operativen Dynamik. Die Deutsche Bank bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro. Analystin Virginie Boucher-Ferte bezeichnete die neue Jahresprognose dabei als potenziell konservativ. Auch die DZ Bank rät weiterhin zum Einstieg und sieht den fairen Wert der Aktie bei 64 Euro. Experten hoben hervor, dass die geplante Abspaltung und der für Mitte 2027 angestrebte Börsengang der Agrarsparte weitere Impulse für die Bewertung liefern könnten.
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