BASF Aktie: 4,1-Milliarden-Gewinn durch Carlyle-Deal
BASF übertrifft Erwartungen mit 4,1 Mrd. Euro Quartalsgewinn dank Coatings-Verkauf, doch die Aktie fällt im Sell-the-News-Muster.

- Quartalsgewinn von 4,1 Milliarden Euro
- Lacke-Verkauf an Carlyle als Treiber
- Jahresprognose für EBITDA angehoben
- Aktie verliert trotz positiver Nachrichten
BASF meldet einen Gewinn von 4,1 Milliarden Euro fürs zweite Quartal. Der Vorstand hebt sogar die Jahresprognose an. Die Aktie reagiert trotzdem mit Kursverlusten — ein Fall von Sell-the-News.
Der Coatings-Deal treibt die Bilanz
Im Vorjahresquartal blieben von BASF nur 79 Millionen Euro Gewinn übrig. Jetzt stehen 4,1 Milliarden Euro in den Büchern. Der Sprung hat einen klaren Grund: BASF hat sein Lacke-Geschäft an den US-Investor Carlyle verkauft. Der Deal bringt einen Veräußerungsgewinn von rund 3,9 Milliarden Euro.
Auch ohne diesen Sondereffekt läuft das operative Geschäft besser. Der Umsatz steigt um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Höhere Preise und mehr Nachfrage treiben das Wachstum. Das bereinigte EBITDA klettert von 1,6 auf 2,4 Milliarden Euro und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten.
Vorstand hebt Jahresziel an
Nach dem starken ersten Halbjahr korrigiert CEO Markus Kamieth die Jahresprognose nach oben. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen. Bisher hatte BASF mit 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro gerechnet.
Trotz der optimistischeren Ergebnisziele bleibt der Konzern bei den Konjunkturannahmen vorsichtig. BASF senkt diese sogar leicht. Auch die Cashflow-Prognose bleibt unverändert. Marktbeobachter lesen daraus ein Signal: Die Rohstoffkosten bleiben hoch, der Investitionsbedarf ebenfalls.
Agrarsparte als nächster Baustein
Parallel zum Quartalsbericht verdichten sich Berichte über einen Teilbörsengang der Agrarsparte. BASF plant den Schritt für 2027. Analysten sehen in Agricultural Solutions einen „Hidden Value“ des Konzerns – die Sparte gilt aktuell als unterbewertet.
Ein Indiz für die Ernsthaftigkeit dieser Pläne: BASF hatte im vergangenen Jahr ein eigenes Vorstandsressort für die Agrarsparte geschaffen. Das gilt als Vorbereitung auf die spätere Eigenständigkeit.
Kurs trotzt den guten Nachrichten
Die BASF-Aktie schloss am Mittwoch bei 47,98 Euro. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 1,28 Prozent zu Buche, auf Monatssicht ein Minus von gut zwei Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro trennen das Papier knapp 13 Prozent.
Charttechnisch wird es eng. Der Kurs notiert nur noch knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 47,54 Euro. Unterschreitet die Aktie diese Marke dauerhaft, könnte das weiteren Verkaufsdruck auslösen. Der RSI von 46,3 zeigt derweil eine neutrale Lage – weder überkauft noch überverkauft.
Am 29. Juli 2026 veröffentlicht BASF den vollständigen Quartalsbericht. Dann rücken die Segmentmargen und der Ausblick für das zweite Halbjahr in den Fokus.
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