BASF Aktie: 51 Millionen Euro für Terminalausbau
BASF erweitert mit Bundesförderung ihr Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen, um die Produktion auch bei Niedrigwasser im Rhein abzusichern.

- Bund fördert Terminalausbau mit 51 Millionen
- Kapazität steigt auf 370.000 Ladeeinheiten jährlich
- Schienenanbindung reduziert Abhängigkeit vom Rhein
- BASF-Aktie legt nach Bekanntgabe leicht zu
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und BASF-Chef Markus Kamieth haben heute in Ludwigshafen den Ausbau des Kombiverkehrsterminals gestartet. Der Bund fördert das Vorhaben mit 51 Millionen Euro. Für BASF ist das Terminal weit mehr als eine Randnotiz in der Logistik – es sichert einen Transportweg, von dem ein erheblicher Teil der Produktion am Stammwerk abhängt.
Rhein bleibt zentrale Versorgungsader
Rund 40 Prozent seiner Produktion am größten Werk transportiert BASF über den Rhein. Das Kombiverkehrsterminal übernimmt davon einen wichtigen Teil: Zwischen 30 und 40 Prozent der dort umgeschlagenen Mengen entfallen auf BASF-Produkte.
Täglich verlassen mehr als 1.100 Ladeeinheiten das Gelände, verteilt auf bis zu 25 Ganzzüge. Seit dem Jahr 2000 sind über 7,5 Millionen Umschläge über die Anlage gelaufen.
Der Ausbau soll die Kapazität des Terminals auf bis zu 370.000 Ladeeinheiten pro Jahr heben. Auf der 260.000 Quadratmeter großen Fläche mit 13 Gleisen werden vier bestehende Kräne durch drei neue Exemplare mit einer Spannweite von jeweils mehr als 100 Metern ersetzt. Betrieben wird das Terminal von der Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH, an der neben BASF auch Bertschi, Hoyer, Hupac und Kombiverkehr beteiligt sind.
Absicherung gegen Niedrigwasser
Der Zeitpunkt des Ausbaus ist kein Zufall. Ziel des Projekts ist es ausdrücklich, die Leistungsfähigkeit von Straße und Schiene zu erhöhen und damit die Rohstoffversorgung des Konzerns auch bei Niedrigwasser am Rhein abzusichern.
Wiederkehrende Pegelstände, die den Schiffsverkehr einschränken, haben BASF in der Vergangenheit wiederholt zu Anpassungen im Transportmix gezwungen. Mit dem gestärkten Schienenanschluss verringert der Konzern seine Abhängigkeit von einem einzelnen Verkehrsträger und schafft sich Spielraum, wenn der Rhein an Kapazität verliert.
Für den Termin vor Ort waren neben Bilger und Kamieth auch Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf und Ludwigshafens Oberbürgermeister Klaus Blettner erwartet. Die politische Präsenz unterstreicht, dass der Bund die Versorgungssicherheit des Chemiestandorts als Teil kritischer Infrastruktur behandelt – nicht nur als unternehmensinterne Logistikfrage.
Kurs reagiert leicht positiv
An der Börse nahm der Markt die Nachricht wohlwollend auf. Die BASF-Aktie schloss am Freitag bei 51,01 Euro und legte im Tagesvergleich um 1,4 Prozent zu. Damit notiert das Papier gut vier Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 49,00 Euro, bleibt aber mit einem Abstand von 7,3 Prozent noch unter dem 52-Wochen-Hoch vom 14. April bei 55,05 Euro.
Der Ausbau des Terminals dürfte an dieser Kursdynamik kurzfristig wenig ändern, stärkt aber die strukturelle Widerstandsfähigkeit des Ludwigshafener Stammwerks gegen ein wiederkehrendes operatives Risiko.
Mit einer Marktkapitalisierung von 44,04 Milliarden Euro bleibt BASF einer der größten Chemiekonzerne Europas. Der Ausbau des Kombiverkehrsterminals reiht sich in eine Reihe von Investitionen ein, mit denen der Konzern seine Lieferketten robuster gegen klimatische und logistische Störungen aufstellen will.
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