BASF Aktie: 6,9 bis 7,7 Milliarden Jahresprognose angehoben
BASF kündigt Rückkauf über eine Milliarde Euro an und erhöht nach starkem Halbjahr die Prognose. Analysten bewerten die Aktie uneinheitlich.

- Neues Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro
- EBITDA-Prognose für 2026 deutlich angehoben
- Schuldenabbau durch Coatings-Verkauf finanziert
- Uneinheitliche Analystenurteile nach Quartalszahlen
BASF hat am Montag sein neues Rückkaufprogramm über bis zu 1,0 Milliarden Euro angestoßen. Der Chemiekonzern folgt damit auf ein Halbjahr, das operativ deutlich besser lief als von Analysten erwartet und in dem der Vorstand die Jahresprognose bereits einmal nach oben korrigiert hat. Die Aktie notierte am Donnerstag bei 50,88 Euro und damit rund 7,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das Mitte April markiert wurde.
Kräftiges Umsatzplus und angehobene Prognose
Im zweiten Quartal 2026 erlöste BASF 17,206 Milliarden Euro und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, als 14,788 Milliarden Euro zu Buche standen. Für das erste Halbjahr insgesamt weist der im Ludwigshafener Konzern veröffentlichte Finanzbericht vom 29. Juli ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 4,8 Milliarden Euro aus – ein Plus von 715 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getragen wurde der Anstieg von deutlichen Ergebnisverbesserungen in den Segmenten Materials, Industrial Solutions, Chemicals und Surface Technologies.
Auf Basis dieser Entwicklung hob der Vorstand die Jahresprognose an: Statt der zuvor kommunizierten Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro rechnet BASF nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Der Halbjahreswert lag damit deutlich über dem, was Analysten im Vorfeld erwartet hatten.
Kapitalrückführung und Schuldenabbau parallel
Das nun laufende Rückkaufprogramm ist bereits das zweite in kurzer Folge: Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte BASF schon Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro erworben. Von diesem Paket sollen 31.600.261 Aktien – etwa 3,5 Prozent des Grundkapitals – eingezogen werden, verbunden mit einer entsprechenden Kapitalherabsetzung. Das neue Programm läuft nun bis Ende April 2027.
Parallel zur Ausschüttungspolitik treibt der Konzern den Schuldenabbau voran. Für das dritte Quartal 2026 ist die Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro geplant. Möglich wird diese Kombination aus Rückkauf und Entschuldung auch durch den Anfang Juli abgeschlossenen Verkauf des Coatings-Geschäfts an Carlyle: Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro brachte BASF einen Zahlungsmittelzufluss von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern ein, während der Konzern eine Beteiligung von 40 Prozent an der neu firmierenden Surventis behält.
Restrukturierung in Ludwigshafen zeigt Wirkung
Der finanzielle Spielraum entsteht auch durch den fortgesetzten Umbau am Stammsitz. Seit Januar 2024 hat BASF weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut, im Mai lag die Mitarbeiterzahl der BASF SE in Ludwigshafen erstmals seit 1954 unter 30.000. Zugleich stieg der Anteil hocheffizienter Produktionseinheiten am Standort von 78 Prozent im Jahr 2024 auf inzwischen 88 Prozent. Einen geplanten Verkauf von rund 3.300 Werkswohnungen in Ludwigshafen hat der Konzern hingegen Ende Juli vorerst ausgesetzt.
Analysten uneinig über weiteres Potenzial
Nach den Halbjahreszahlen reagierten mehrere Banken Ende Juli mit angehobenen Kurszielen. UBS-Analyst Christian Bell erhöhte sein Kursziel von 52 auf 55 Euro und erhöhte zugleich seine Gewinnschätzungen, beließ das Rating aber bei Neutral. Berenberg-Analyst Sebastian Bray bezeichnete den Quartalsbericht als „gut“ und hob sein Kursziel von 47 auf 50 Euro an, bestätigte jedoch die Einstufung Hold. Eine deutlich skeptischere Position bezog JPMorgan: Analyst Chetan Udeshi verwies auf Sondereffekte in den Q2-Ergebnissen und bestätigte das Rating Underweight bei einem Kursziel von 40 Euro.
Die kommenden Monate dürften zeigen, ob BASF das im ersten Halbjahr erreichte Tempo halten kann. Der nächste Prüfstein folgt mit den für den 27. Oktober erwarteten Zahlen zum dritten Quartal – dann auch mit Blick darauf, ob der angekündigte Schuldenabbau planmäßig verläuft und das Rückkaufprogramm die Aktie weiter stützt. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Plus von 14,52 Prozent zu Buche.
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