BASF Aktie: Agrar-IPO im ersten Halbjahr 2027
BASF plant den Börsengang seiner Agrarsparte im ersten Halbjahr 2027 und behält zunächst die Mehrheit. Analysten schätzen den Wert des Segments auf 20 bis 30 Milliarden Euro.

- Börsengang für Agrarsparte 2027 geplant
- BASF behält zunächst Mehrheitsanteil
- Analysten taxieren Sparte auf Milliardenwert
- Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch
BASF nimmt die geplante Abspaltung seiner Agrarsparte weiter Gestalt an. Der Konzern hat die Pläne für Agricultural Solutions konkretisiert: Ein Börsengang wird für das erste Halbjahr 2027 angestrebt. BASF will dabei zunächst die Mehrheit an der Sparte behalten, statt sie vollständig abzugeben. Analysten taxieren den Wert des Geschäftsbereichs auf 20 bis 30 Milliarden Euro.
Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz. Agricultural Solutions zählt zu den ertragsstärkeren Segmenten des Konzerns, und ein eigenständiger Börsengang würde dem Markt erlauben, den Wert der Sparte separat zu bewerten. Bislang steckt dieser Wert im Konglomerat aus Chemikalien, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care – ein Umstand, den Kritiker der BASF-Aktie seit Jahren als Bewertungsabschlag anführen.
Umbau läuft auf mehreren Ebenen parallel
Der Agrar-Spinoff ist nicht das einzige strukturelle Vorhaben, das BASF derzeit vorantreibt. Am Standort Ludwigshafen entsteht eine industrielle Großwärmepumpe mit 50 Megawatt thermischer Leistung, die Abwärme aus einem Steamcracker nutzen soll. Ziel ist eine Einsparung von bis zu 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr – ein Baustein der langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns.
Daneben treibt BASF sein internationales Geschäft in kleineren Schritten voran: eine Partnerschaft mit NEO Corporate für den thailändischen Personal-Care-Markt, ein neues Performance-Labor für Superabsorber in Mumbai sowie die Markteinführung von „xarvio CONNECT 2.0“ in Nordamerika, einem Hardware-Gerät zur automatisierten Datenverknüpfung von Landmaschinen mit der Software FIELD MANAGER.
In Limburgerhof entsteht zudem ein neues „Climate Center“ für ökotoxikologische Studien, finanziert mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.
Kurs nähert sich altem Hoch
Die Aktie honoriert die Nachrichtenlage: Nach einem Plus von 1,6 Prozent am Montag schloss das Papier bei 52,38 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat sich der Kurs um 8,4 Prozent verteuert, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 18 Prozent zu Buche. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht Mitte April, fehlen dem Titel derzeit noch 4,9 Prozent.
Die Ratinglandschaft bleibt gespalten. Ende Juli hatte die UBS ihr Kursziel nach Vorlage der Quartalszahlen von 52 auf 55 Euro angehoben und die Einstufung „Neutral“ bestätigt. Anfang August belassen es die Analysten von JPMorgan hingegen bei „Underweight“ – ein Hinweis darauf, dass der geplante Konzernumbau nicht bei allen Marktteilnehmern gleichermaßen Vertrauen erzeugt.
Was der Spinoff für Anleger bedeutet
Der entscheidende Katalysator für die kommenden Quartale dürfte weniger im operativen Tagesgeschäft liegen als in der Frage, wie der Markt die Bewertung von Agricultural Solutions vorwegnimmt.
Mit einer für 2027 terminierten Notierung bleibt zwar noch Zeit bis zur eigentlichen Umsetzung. Doch schon die schrittweise Konkretisierung – Zeitfenster, Mehrheitsverbleib bei BASF, die genannte Wertspanne – liefert dem Markt greifbare Anhaltspunkte, um den Konzern neu zu takieren.
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