BASF Aktie: Analysten 14 Euro auseinander

Analysten sehen BASF-Kurszielspanne von 14 Euro. Branchenverband warnt vor fehlender Trendwende trotz leichter Erholung.

Die Kernpunkte:
  • Kursziele zwischen 47 und 61 Euro
  • VCI warnt vor Atempause
  • Berenberg senkt Kursziel auf 47 Euro
  • Bernstein bleibt optimistisch bei 61 Euro

Vier Analystenhäuser bewerten BASF in nur zwei Tagen neu. Das Ergebnis: Kursziele zwischen 47 und 61 Euro. Diese Spanne von 14 Euro entspricht knapp 30 Prozent des aktuellen Aktienkurses.

Der Grund für die Uneinigkeit liegt tiefer. Der Chemieverband VCI hat am Donnerstag ernüchternde Zahlen für die Branche vorgelegt. Die Produktion lag im ersten Halbjahr 2026 rund drei Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz sank um ein Prozent auf 106 Milliarden Euro.

VCI warnt vor Atempause statt Trendwende

VCI-Präsident Markus Steilemann findet klare Worte für die Entwicklung. „Wir erleben nur eine Atempause, keine Trendwende“, sagt er zur Halbjahresbilanz. Die Investitionen sinken bereits das dritte Jahr in Folge.

Der Verband erklärt die jüngste Belebung vor allem mit Sondereffekten. Der Nahost-Konflikt hat Unternehmen dazu bewegt, ihre Lager aufzufüllen. Zusätzlich ließ der Wettbewerbsdruck aus Asien wegen der Sperrung der Straße von Hormus vorübergehend nach. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI trotzdem mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent.

Berenberg senkt, Bernstein bleibt optimistisch

Die Privatbank Berenberg zieht aus der Branchenlage klare Konsequenzen. Analyst Sebastian Bray senkt sein Kursziel für BASF von 52 auf 47 Euro und belässt die Einstufung bei „Hold“. Sein Argument: Viele Basischemikalien haben sich preislich wieder auf das Niveau vor dem Iran-Krieg eingependelt.

Bray sieht noch ein zweites Risiko. Enttäuschende chinesische Wachstumsdaten verschieben den Fokus der Anleger. Statt über iranbedingte Angebotsengpässe sprechen die Märkte nun über einen möglichen Nachfrageeinbruch in China.

Bernstein Research sieht die Lage anders. Das Haus bekräftigt seine positive Einschätzung mit Blick auf überraschend gute Eckdaten des zweiten Quartals – und kommt auf ein Kursziel von 61 Euro. Auch die Deutsche Bank bleibt für den Konzern optimistisch.

Der ganze Sektor gerät unter Druck

Die Skepsis einzelner Analysten passt zu einem breiteren Bild. Nach der Zahlenvorlage am Mittwoch gerieten mehrere deutsche Chemiewerte unter Druck. BASF verlor am Mittag 3,6 Prozent, Wacker Chemie 3,8 Prozent und Lanxess 4,2 Prozent. Evonik gab um 2,8 Prozent nach, Fuchs um 2,2 Prozent.

Ein Marktteilnehmer nennt den Grund: Die Nachfrage könnte in einigen Segmenten nachlassen. Gleichzeitig drückt steigender Wettbewerb auf die Margen.

Aktie pendelt zwischen den Lagern

Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 48,62 Euro und liegt damit knapp 12 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 47,59 Euro besteht dagegen ein kleiner Abstand nach oben. Der Kurs bewegt sich damit genau zwischen den skeptischen und den optimistischen Lagern der Analysten.

Der nächste Härtetest kommt am 29. Juli 2026. Dann legt BASF den vollständigen Q2-Bericht vor. Erst dann zeigt sich, ob der jüngste Ergebnisanstieg auf soliden Füßen steht – oder ob Berenbergs Warnung vor auslaufenden Sondereffekten recht behält.

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