BASF Aktie: Ausblick enttäuscht

Der Chemiekonzern prognostiziert für 2026 weniger operativen Gewinn als erwartet und erhöht sein Sparziel. Die Dividende bleibt stabil, obwohl der Cashflow sie nicht deckt.

Die Kernpunkte:
  • Gewinnprognose für 2026 liegt unter Analystenerwartungen
  • Jährliches Sparziel auf 2,3 Milliarden Euro erhöht
  • Dividende von 2,25 Euro je Aktie wird beibehalten
  • Investitionen werden um 20 Prozent gekürzt

Der Chemieriese BASF tritt auf die Kostenbremse. Während die Dividende stabil gehalten wird, sorgte der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 für Ernüchterung bei den Anlegern. Der Konzern rechnet mit weniger operativem Gewinn als von Experten vorhergesagt und verschärft als Reaktion seinen Sparkurs massiv.

Die Reaktion am Markt fiel eindeutig aus: Die BASF-Aktie gab am Freitag um 2,22 Prozent nach und ging mit 48,55 Euro aus dem Handel. Auslöser für den Verkaufsdruck war primär die Prognose für das laufende Jahr. Das Management stellt ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelwert dieser Spanne liegt rund sieben Prozent unter der Konsensschätzung der Analysten, die mit glatten 7,0 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Besonders schwer wiegt die Aussage des Managements, dass im Basisszenario keine spürbare Markterholung einkalkuliert ist. CEO Dr. Markus Kamieth betonte, man konzentriere sich in diesem volatilen Umfeld auf die „steuerbaren Faktoren“ – im Klartext: Kosten senken.

Dividende zehrt an der Substanz

Ein Lichtblick für Einkommensinvestoren bleibt die Dividende. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 sollen unverändert 2,25 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Doch der Blick in die Bilanz offenbart eine Lücke: Der freie Cashflow lag 2025 bei 1,34 Milliarden Euro und deckt damit die Ausschüttungssumme von rund 2 Milliarden Euro nicht ab.

Zwar stieg der Nettogewinn auf 1,6 Milliarden Euro, doch dies war maßgeblich Einmaleffekten geschuldet. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen aus Staatsgarantien für die ehemalige Tochter Wintershall Dea in die Kassen. Operativ hingegen ging es abwärts: Der Umsatz schrumpfte um drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel währungsbedingt um 9,5 Prozent.

## Sparkurs und Stellenabbau verschärft

Um die Profitabilität zu sichern, greift der Vorstand nun härter durch. Das Sparziel wurde auf 2,3 Milliarden Euro jährlich bis Ende 2026 angehoben. Dies geht mit einem anhaltenden Stellenabbau einher, der besonders das Stammwerk in Ludwigshafen trifft. Dort kämpft der Konzern mit einer zu geringen Auslastung und strukturell hohen Energiekosten.

Gleichzeitig streicht BASF die Investitionen zusammen. Für die Jahre 2026 bis 2029 sind nur noch 13 Milliarden Euro eingeplant – eine Kürzung um 20 Prozent gegenüber früheren Planungen. Der Fokus verschiebt sich dabei strategisch: Während in Europa gespart wird, fließen Mittel in den neuen Verbund-Standort im chinesischen Zhanjiang. BASF wettet darauf, dass bis 2035 rund 80 Prozent des globalen Chemiewachstums aus der Region Asien-Pazifik kommen werden.

Analysten sind uneinig

Die Bewertung der Aktie spaltet die Expertenlager. JPMorgan und Barclays bleiben skeptisch und sehen die Aktie mit Kurszielen von 36 beziehungsweise 40 Euro deutlich unter dem aktuellen Niveau. Sie verweisen auf die schwache operative Entwicklung und strukturelle Probleme. Goldman Sachs hält dagegen an einem Kursziel von 62 Euro fest und bewertet den verfehlten Ausblick als weniger gravierend.

Das charttechnische Bild spiegelt diese Unsicherheit wider. Mit dem Rücksetzer auf 48,55 Euro hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 53,98 Euro wieder vergrößert. Die Aktie notiert zwar noch über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 46,77 Euro, muss aber beweisen, dass der Boden hält.

Der Erfolg der Neuausrichtung hängt nun maßgeblich davon ab, ob BASF die Lücke im Cashflow schließen kann und ob die Wette auf China aufgeht. Ohne eine globale konjunkturelle Erholung bleibt der Spielraum für den DAX-Konzern vorerst eng begrenzt.

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