BASF Aktie: Bernstein sieht Luft nach oben
Bernstein hält 61 Euro für angemessen; zugleich prüft BASF mit Highsun eine Neuordnung des europäischen Polyamid-6-Geschäfts.

- Bernstein sieht fairen Wert bei 61 Euro
- BASF prüft Polyamid-Neuordnung mit Highsun
- Gemeinschaftsunternehmen mit gleichen Anteilen möglich
- Zusätzliche Halbleiterkapazitäten in Taiwan geplant
Während der DAX unter Druck gerät, behauptet sich BASF vergleichsweise ordentlich. Die Aktie notierte im Xetra-Handel zeitweise mit einem leichten Minus von gut 0,5 Prozent bei 52,40 Euro. Der Index fiel im frühen Dienstagshandel unter die Marke von 25.100 Punkten, Zins- und KI-Sorgen belasten den Markt.
Bernstein: fair bewertet erst bei 61 Euro
Das US-Analysehaus Bernstein Research hält an seiner positiven Einschätzung fest. Analyst James Hooper sieht den Chemiewert erst bei 61,00 Euro fair bewertet. Das liegt deutlich über dem aktuellen Kurs.
Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht. Gute Zahlen und höhere Unternehmensziele, die auf Sondereffekten beruhen, führen laut Hooper nicht zwangsläufig zu steigenden Kursen. Bei einem Konzern wie BASF dürften andere Faktoren schwerer wiegen: eine mögliche Übernahme von Evonik und der Agrarzyklus.
Polyamid-Geschäft vor der Neuordnung
Konkreter wird es beim Thema Konsolidierung. BASF prüft gemeinsam mit der chinesischen Highsun Holding Group eine Neuordnung der Polyamid-6-Aktivitäten in Europa. Am Ende könnte ein Gemeinschaftsunternehmen stehen, an dem beide Partner je zur Hälfte beteiligt wären. Auch die weltweiten Extrusionsgeschäfte außerhalb Nordamerikas stehen zur Debatte. Die nachgelagerten Bereiche für technische Kunststoffe sind nicht Teil der Prüfung.
CEO Markus Kamieth begründet den Schritt mit der Lage der Branche. Die europäische Chemieindustrie müsse wettbewerbsfähiger werden, dafür brauche es mehr Konsolidierung. BASF wolle diese Entwicklung aktiv mitgestalten. Marktbeobachter dürften das als Signal werten, dass der Konzern auch bei größeren Transaktionen nicht passiv bleibt.
Ausbau in Taiwan
Parallel dazu setzt BASF auf Wachstum in der Halbleiterchemie. Am Standort Taoyuan sollen zusätzliche Kapazitäten für neueste Halbleitermaterialien entstehen. Dazu gehören auch Qualitätsanalyse und ein erweitertes Innovationszentrum. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete das Unternehmen mit dem taiwanischen Wirtschaftsministerium.
Angaben zum Investitionsvolumen gibt es nicht. Der Ausbau zielt auf die steigende Nachfrage nach Prozesstechnologien unter 2 Nanometern. Die Leitung der Elektronik-Materialien-Sparte hatte BASF bereits 2025 nach Taiwan verlegt.
Für den Kurs dürfte zunächst der Markt den Takt vorgeben. Fällt der DAX unter 25.000 Punkte, könnte auch die Marke von 52 Euro bei BASF in den Blick rücken. Bernsteins Bewertungsziel von 61,00 Euro markiert die andere Seite der Spanne.
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