BASF Aktie: Börsengang von Agriculture Solutions 2027
BASF hat Agriculture Solutions regional weitgehend verselbstständigt und bereitet bis Mitte 2027 die Voraussetzungen für einen Börsengang vor.

- Regionale Herauslösung weitgehend umgesetzt
- Asien soll bis Jahresende folgen
- Climate Center erhält zweistellige Millioneninvestition
- Aktie seit Jahresbeginn 16 Prozent höher
BASF kommt bei der Verselbstständigung seiner Agrarchemiesparte Agriculture Solutions schneller voran als in vielen anderen Konzernumbauten der Branche üblich. Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte am Dienstag, dass die Sparte in Nord- und Südamerika sowie in Europa bereits größtenteils aus dem Konzern herausgelöst ist. Der asiatische Raum soll bis Ende des Jahres folgen.
Börsengang als nächster Meilenstein
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der mögliche nächste Schritt: ein Börsengang der Sparte. Tedeschi zufolge liegt der Fokus für 2027 darauf, die notwendigen Voraussetzungen bis Mitte des Jahres zu schaffen.
Ein konkreter Zeitpunkt für die Erstnotiz wurde damit noch nicht genannt, doch die Aussage macht deutlich, dass BASF den Prozess mit einem festen Zeithorizont versieht. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Konzern seinen Konglomerats-Umbau ernsthaft vorantreibt – ein Thema, das die Aktie seit Monaten begleitet.
Parallel investiert die Agrarsparte weiter in ihre technologische Basis. Am Standort Limburgerhof entsteht derzeit ein neues Climate Center, in das ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag fließt.
Der Bau hat begonnen, die Fertigstellung ist für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen – zeitlich also in etwa parallel zu den angestrebten Voraussetzungen für den Börsengang. Das unterstreicht, dass BASF die Sparte nicht nur organisatorisch, sondern auch operativ eigenständig aufstellen will, bevor sie an die Börse gebracht wird.
Logistik und Infrastruktur im Blick
Neben der Agrarsparte rückte zuletzt auch die Standortlogistik in Ludwigshafen in den Fokus. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger gab gemeinsam mit Vorstandschef Markus Kamieth den Startschuss für den Ausbau des dortigen Kombiverkehrsterminals, einem der größten Straße-Schiene-Umschlagplätze Europas mit täglich mehr als 1.000 Ladeeinheiten.
Der Bund unterstützt die Modernisierung mit 51 Millionen Euro Fördermitteln. Der Ausbau gewinnt vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigwasserprobleme am Rhein zusätzliche Bedeutung, da BASF zunehmend auf alternative Transportwege setzen muss.
Was das für Anleger bedeutet
Die BASF-Aktie notierte am Donnerstag bei 51,38 Euro und damit knapp sieben Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 16 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der laufende Konzernumbau von Investoren grundsätzlich positiv aufgenommen wird, auch wenn kurzfristige Rücksetzer wie am Vortag mit minus 1,1 Prozent die Kursentwicklung immer wieder bremsen.
Der geplante Börsengang der Agrarsparte dürfte zum bestimmenden Thema für BASF-Anleger im kommenden Jahr werden. Mit der fortschreitenden regionalen Verselbstständigung und gezielten Zukunftsinvestitionen wie dem Climate Center in Limburgerhof legt der Konzern die Grundlage dafür, dass Agriculture Solutions als eigenständiges, wettbewerbsfähiges Unternehmen an den Kapitalmarkt gehen kann. Bis dahin bleibt der genaue Zeitpunkt offen – der selbst gesetzte Zeitplan bis Mitte 2027 gibt jedoch einen ersten verlässlichen Anhaltspunkt.
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