BASF Aktie: Coatings-Verkauf an Carlyle genehmigt
BASF erhält EU-Zustimmung für Coatings-Verkauf an Carlyle, kämpft aber mit Zinswende und Iran-Konflikt. Die Aktie notiert unter Druck.

- EU-Kommission gibt Coatings-Verkauf frei
- EZB-Zinserhöhung belastet Chemiekonzern
- Iran-Konflikt gefährdet Lieferketten
- Charttechnik: 200-Tage-Linie als Stütze
Der Coatings-Verkauf hat grünes Licht. Die Makrolage macht es trotzdem schwer. Diese Kombination beschreibt die Lage bei BASF gerade ziemlich treffend.
Die EU-Kommission hat den geplanten Verkauf der Coatings-Sparte an den US-Finanzinvestor Carlyle freigegeben. Der Abschluss soll noch im Juni 2026 erfolgen. BASF trennt sich damit von einem weiteren Randgeschäft und schärft den Fokus auf das Kernportfolio. Das ist konsequent — und der Schritt dürfte die Bilanz des mit rund 43 Milliarden Euro bewerteten Konzerns spürbar entlasten.
Zwei Belastungen, die nicht verschwinden
Allerdings lauern zwei Gegenwindfaktoren, die kurzfristig schwer zu ignorieren sind.
Erstens: Der Iran-Konflikt. BASF-Vorstand hat explizit vor den Folgen gewarnt — gefährdete Lieferketten in der Automobilindustrie, das Risiko eines Ölpreisschocks. Beides trifft einen Chemiekonzern mit globalem Produktionsnetz hart.
Zweitens: Die EZB hat den Einlagenzins auf 2,25 Prozent angehoben. Für eine kapitalintensive Branche wie die Chemie bedeutet das: höhere Finanzierungskosten, engere Margen.
Kein Wunder, dass die Aktie zuletzt nachgegeben hat. Mit einem Minus von fast neun Prozent in den letzten 30 Tagen und einem Schlusskurs von 49,21 Euro notiert das Papier rund zehn Prozent unter dem April-Hoch bei 55,05 Euro.
Was die Charttechnik sagt
Technisch ist die Lage unangenehm, aber noch nicht kritisch. Die Aktie handelt rund sechs Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Den 200-Tage-Durchschnitt bei 46,92 Euro hat sie bisher verteidigt — ein wichtiger Puffer. Der RSI liegt bei 40,4. Überverkauft ist das Papier damit nicht, was weiteren Spielraum nach unten nicht ausschließt, aber auch keine Panik rechtfertigt.
Solange die 200-Tage-Linie hält, sprechen die Chancen für eine Stabilisierung. Eskalieren die geopolitischen Risiken weiter, wird diese Marke zum entscheidenden Test.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der Kursschwäche sehen viele Analysten Potenzial. Kepler Cheuvreux hat die Einstufung zuletzt auf „Kaufen“ angehoben. Das mittlere Kursziel liegt bei 52,98 Euro — rund acht Prozent über dem aktuellen Kurs.
Gestützt wird diese Einschätzung durch die Dividende. Für 2025 zahlte BASF 2,25 Euro je Aktie. Für 2026 erwartet der Markt eine leichte Steigerung auf 2,28 Euro. Bei einem Kurs um die 49 Euro ergibt das eine Rendite, die im Chemiesektor durchaus attraktiv ist.
Hinzu kommt das Jahresbild: Trotz der jüngsten Schwäche liegt die Aktie seit Jahresanfang noch knapp zehn Prozent im Plus. Auf Zwölf-Monats-Sicht sind es sogar über 15 Prozent. Der langfristige Trend ist also intakt — bisher.
Mein Fazit
Die Transformation bei BASF läuft. Der Coatings-Verkauf zeigt, dass der Konzern seine Strategie ernsthaft umsetzt. Das verdient Respekt.
Aber die kurzfristigen Belastungen sind real. Zinsanstieg, Geopolitik, schwache Chemienachfrage — das ist kein günstiges Umfeld für eine Trendwende. Wer auf BASF setzt, braucht Geduld. Die Quartalszahlen am 29. Juli 2026 werden zeigen, wie stark die Margen unter dem Kostendruck tatsächlich gelitten haben. Erst dann lässt sich beurteilen, ob der Optimismus der Analysten berechtigt ist — oder ob eine weitere Neubewertung ansteht.
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