BASF Aktie: CoreShift senkt Fixkosten um 20 Prozent

BASF treibt Aktienrückkauf voran, während der Konzern mit dem CoreShift-Programm tiefe Einschnitte und Stellenabbau plant.

Die Kernpunkte:
  • Fast 28 Millionen Aktien zurückgekauft
  • CoreShift-Programm senkt Fixkosten deutlich
  • Stellenabbau in Ludwigshafen bereits angelaufen
  • Branchenverband sieht schwachen Jahresstart

BASF kauft weiter eigene Aktien zurück. Das stützt den Kurs, während der Konzern intern den Rotstift ansetzt und die Chemiebranche kaum Rückenwind liefert. Genau darin liegt der Konflikt: Kapitalrückgabe nach außen, Kostendruck nach innen.

Das laufende Programm nähert sich dem Ende. Danach rückt stärker in den Blick, ob der Umbau im operativen Geschäft schnell genug Wirkung zeigt.

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Rückkauf läuft weiter

BASF meldete am 1. Juni 2026 den Erwerb von 950.000 eigenen Aktien für den Zeitraum vom 25. bis 29. Mai. Seit dem Start des Programms hat der Konzern damit 27.835.549 Aktien zurückgekauft.

Die Käufe laufen über eine beauftragte Bank an Xetra und weiteren Handelssystemen. Das aktuelle Programm hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro und soll bis Ende Juni abgeschlossen werden.

Für Aktionäre ist der Mechanismus klar. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen, das Grundkapital sinkt. Das kann den Gewinn je Aktie rechnerisch stützen. Es ersetzt aber keine operative Trendwende.

Umbau wird härter

Parallel dazu zieht BASF die nächste Umbauphase an. Im Kerngeschäft sollen die zahlungswirksamen Fixkosten bis 2029 um bis zu 20 Prozent sinken. Das Programm trägt den Namen „CoreShift“ und soll die zentralen Geschäftsfelder stärken.

Ein neues „Core Transformation Office“ unter Leitung von Julia Raquet koordiniert die Projekte über Geschäftsbereiche, Service-Einheiten und Corporate Center hinweg. Vorstandschef Markus Kamieth spricht von einem der größten Optimierungsprogramme des Konzerns.

Klar ist auch: Der Umbau kostet Stellen. Kamieth kündigte ein neues Kerngeschäft mit weniger Personal an, nannte aber noch keine konkrete Zahl. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern sollen folgen.

Besonders im Blick bleibt Ludwigshafen. Der Stammsitz schrieb zuletzt das vierte Jahr in Folge rote Zahlen; seit Anfang 2024 fielen dort rund 2.800 Stellen weg. Das zeigt, wie tief der Anpassungsdruck im deutschen Chemiegeschäft inzwischen reicht.

Branche bleibt unter Druck

Der Branchenverband VCI liefert dazu wenig Entlastung. Er beschreibt den Start der chemisch-pharmazeutischen Industrie ins Jahr 2026 als schwach. Belastend wirken vor allem Bürokratie, hohe Energiekosten und globale Turbulenzen.

Hinzu kommt die Unsicherheit durch den Nahostkonflikt an den Energie- und Rohstoffmärkten. Eine verlässliche Branchenprognose für 2026 sieht der Verband derzeit nicht. Für BASF macht das die eigene Prognose anspruchsvoller, aber nicht unmöglich.

Der Konzern hält bislang an seiner Jahresplanung fest. Erwartet wird ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden Euro und 7,0 Milliarden Euro. Im ersten Quartal lag dieser Wert bei 2,4 Milliarden Euro, nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Gewinn je Aktie stieg im Auftaktquartal von 0,91 auf 1,06 Euro. Das Mengenwachstum fiel solide aus, getragen unter anderem von China. Währungseffekte und leicht niedrigere Preise drückten jedoch auf den Umsatz.

Am Dienstag schloss die BASF-Aktie bei 50,84 Euro. Auf Wochensicht steht ein Minus von 0,37 Prozent, über einen Monat sind es 3,51 Prozent.

Seit Jahresanfang liegt der Titel dennoch 13,63 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 20,70 Prozent. Technisch bleibt das Bild gemischt: Der Kurs liegt unter der 50-Tage-Linie bei 52,20 Euro, aber weiter über dem langfristigen Durchschnitt.

Im Juli folgt der Bericht zum zweiten Quartal. Dann trifft das Ende des Rückkaufprogramms auf die nächste operative Zwischenbilanz. Genau dort entscheidet sich, ob BASF mehr liefert als Kostendisziplin und Kapitalrückgabe.

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