BASF Aktie: EBITDA-Prognose steigt auf 7,7 Milliarden

BASF steigert den Quartalsumsatz auf 17,2 Milliarden Euro und erhöht das EBITDA-Ziel, während der geplante Sparten-Börsengang offen bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsumsatz steigt auf 17,2 Milliarden Euro
  • Obergrenze der EBITDA-Prognose angehoben
  • 80 Prozent der Agraraktivitäten übertragen
  • Börsenpläne für 2027 noch offen

Der europäische Chemiesektor sieht sich erneut spürbarem Gegenwind ausgesetzt. Während fallende Produktpreise in Asien und anhaltende Energiekosten die gesamte Branche belasten, versucht sich der Ludwigshafener Konzern BASF über operative Anpassungen und eine angehobene Jahresprognose zu behaupten. Im heutigen Handel gibt die Aktie um -1,3% nach und notiert bei 51,79 €.

Branchenumfeld trübt sich ein

Im europäischen Chemiesektor dominiert derzeit Zurückhaltung bei den Investoren. Sinkende Preise für Zwischenprodukte in Asien sowie der Kostendruck bei Energie setzen den Produzenten zu.

Zwar verzeichnete die Branche im Spätsommer vorübergehend Entlastung durch asiatische Lieferausfälle, doch die jüngste Entwicklung an den Rohstoff- und Terminmärkten sorgt erneut für Vorsicht. Neben BASF gerieten zuletzt auch andere Branchenwerte unter Verkaufsdruck.

Für Marktteilnehmer stellt sich vor allem die Frage, wie dauerhaft die Nachfrageerholung in den industriellen Abnehmerbranchen ausfällt. Strukturelle Herausforderungen am Heimatmarkt zwingen die Hersteller dazu, ihre Kostenbasis konsequent zu überprüfen und Randaktivitäten neu zu ordnen.

Operatives Ergebnis und Portfolioumbau

Trotz dieses anspruchsvollen Rahmens verzeichnete BASF im jüngsten Quartal ein deutliches Erlösplus auf 17,2 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund hob das Management unter Konzernchef Markus Kamieth die Jahresprognose für das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) an. Der neue Zielkorridor reicht bis zu 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor bei 7,0 Milliarden Euro die Obergrenze lag.

Die Anhebung der Zielspanne unterstreicht die operative Disziplin des Unternehmens. Zeitgleich setzt die Konzernführung auf eine Neuordnung des Portfolios, um Mittel freizusetzen und die Bilanz zu entlasten.

Ein zentraler Baustein dieser Strategie betrifft die Agrarsparte Agricultural Solutions. Rund 80% der globalen Aktivitäten wurden bereits auf eigenständige Gesellschaften übertragen.

Nach der Mandatierung von Konsortialbanken für den Börsengang der Sparte (gestern, seither -1,3 %) strebt der Konzern die Börsenreife bis Mitte 2027 an. Eine endgültige Entscheidung über die tatsächliche Durchführung dieses Schritts ist allerdings noch nicht gefallen.

Analystenstimmen und anstehende Termine

Unter den Analysten gehen die Einschätzungen zu den Perspektiven des Chemiekonzerns auseinander. Das Analysehaus Bernstein sieht weiteres Aufwärtspotenzial und ruft ein Kursziel von 62 Euro auf, während J.P. Morgan die Anteilscheine vorsichtiger beurteilt und mit einer Verkaufsempfehlung einstuft.

Klarheit über den weiteren Jahresverlauf dürften die nächsten Unternehmensberichte bringen. Am 28. Oktober legt der DAX-Konzern seine Quartalszahlen vor, gefolgt von einem Kapitalmarkttag am 24. November 2026. Seit Jahresanfang (YTD) weist die BASF-Aktie einen Zuwachs von 17% auf.

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