BASF Aktie: Ernüchterung in Zhanjiang

BASF-Chef Kamieth erwartet geringere Rentabilität für das neue Chemiewerk in Zhanjiang in den ersten Jahren. Das Projekt startet in einem schwierigen Marktumfeld mit Überkapazitäten.

Die Kernpunkte:
  • Größte Einzelinvestition der BASF-Geschichte
  • Start in schwierigem Markt mit Überkapazitäten
  • Rentabilität zunächst unter Plan
  • Strategische Bedeutung Chinas bleibt zentral

8,7 Milliarden Euro. Die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte steht kurz vor ihrer Eröffnung — und BASF-Chef Markus Kamieth dämpft die Erwartungen schon vorab. Kein schlechtes Omen, aber ein deutliches Signal an die Investoren: Geduld ist gefragt.

Bitter-süßer Einstand

Das neue Chemiewerk im südchinesischen Zhanjiang soll diese Woche offiziell in Betrieb gehen. Doch der Markt, in den BASF dort einsteigt, ist alles andere als einladend. Preise und Margen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau — die Anlage startet in einem Umfeld massiver Überkapazitäten. Kamieth gibt offen zu, dass die Rentabilität in den ersten Jahren deutlich hinter den ursprünglichen Planungen zurückbleiben wird. Das ist kein Katastrophenszenario, aber für ein Projekt dieser Größenordnung ein schwieriger Start.

Kein Rückzug, kein Rückzieher

Trotzdem hält der Konzernchef an der strategischen Logik fest — und das mit bemerkenswerter Entschiedenheit. Wer China meidet, verlässt freiwillig die Hälfte des globalen Chemiemarkts. Für Kamieth wiegt dieses Risiko schwerer als geopolitische Unwägbarkeiten rund um Taiwan. Auch die Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Irankonflikts bezeichnet er als bislang beherrschbar — weder Rohstoffversorgung noch globaler Produktvertrieb seien derzeit ernsthaft beeinträchtigt.

Gleichzeitig betont Kamieth, dass das Stammwerk in Ludwigshafen weiterhin der größte Investitionsschwerpunkt des Konzerns bleibt. Zhanjiang ersetze keine stillgelegten Kapazitäten in Deutschland. „Wir verlagern nichts nach China“ — eine Aussage, die angesichts der laufenden Restrukturierung in Ludwigshafen politisch wie unternehmensintern Gewicht hat.

Langspiel statt Schnellschuss

Das Bild, das Kamieth zeichnet, ist das eines Konzerns, der auf einen langen Atem setzt. Die Anfangsphase in Zhanjiang wird das Ergebnis belasten — wie stark und wie lange, bleibt offen. Wer in BASF investiert ist, muss akzeptieren, dass diese Investition vorerst mehr Kosten als Erträge produziert. Der Konzern hat die Erwartungen früh korrigiert. Das ist ehrlich. Ob es reicht, um das Vertrauen der Märkte zu halten, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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