BASF Aktie: Evonik-Poker?

Das höhere BASF-Gebot bewertet Evonik mit rund 11,18 Milliarden Euro; Betriebsratschef Horvat stellt die Auswirkungen auf Beschäftigte und Standorte in den Mittelpunkt.

Die Kernpunkte:
  • BASF bietet 24 Euro je Evonik-Aktie
  • Angebot bewertet Evonik mit 11,18 Milliarden Euro
  • Kamieth sagt Kündigungsschutz bis 2032 zu
  • BASF prüft Polyamid-Kooperation mit Highsun

Der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat knüpft die Bewertung einer möglichen Evonik-Übernahme an die Perspektiven für Unternehmen, Standorte und Beschäftigte. Medienberichten zufolge erklärte er am Donnerstag, daran müsse sich ein möglicher Kauf messen lassen. Damit richtet sich sein Blick auf die Folgen des Vorhabens für die Unternehmen und ihre Belegschaften.

Höheres Gebot und Beschäftigungszusagen

Am Freitag berichtete Reuters unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen, BASF habe ihr Übernahmeangebot erhöht. Statt rund 22,15 € biete das Unternehmen 24 € je Evonik-Aktie. Das Angebot bewerte Evonik mit rund 11,18 Mrd. €; eine abgeschlossene Übernahme ist damit nicht verbunden.

BASF-Vorstandschef Markus Kamieth hatte am Donnerstag in einer Videobotschaft für einen möglichen Kauf geworben. Laut Reuters sagte er zu, bei einer Übernahme betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 auszuschließen. Zudem versprach er, bestehende Standortvereinbarungen und Tarifverträge zu achten.

Weitere Kooperation wird geprüft

Neben dem möglichen Evonik-Kauf prüft BASF eine Zusammenarbeit mit der Highsun Holding Group. Beide Unternehmen unterzeichneten nach BASF-Angaben am 19. Oktober eine unverbindliche Absichtserklärung für ihre europäischen Aktivitäten entlang der Polyamid-6-Wertschöpfungskette.

Gegenstand der Prüfung ist ein mögliches 50:50-Gemeinschaftsunternehmen. Auch weltweite Extrusionsaktivitäten außerhalb Nordamerikas werden evaluiert. Die Vereinbarung betrifft damit die Prüfung einer möglichen Kooperation, nicht die Gründung eines bereits vereinbarten Gemeinschaftsunternehmens.

Am 20. Oktober unterzeichnete BASF außerdem mit Taiwans Wirtschaftsministerium eine Absichtserklärung zum Ausbau des Standorts Taoyuan. Geplant sind zusätzliche Produktionskapazitäten für Halbleitermaterialien, verbesserte Qualitätsanalysekapazitäten und ein erweitertes Innovationszentrum.

BASF hat die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 am 28. Oktober 2026 um 7.00 Uhr MEZ angekündigt. Die Pressekonferenz zu den Ergebnissen soll um 10.30 Uhr MEZ beginnen.

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