BASF Aktie: Evonik-Poker?
BASF meldet Sondierungen mit Evonik und der RAG-Stiftung; Evonik erklärte zugleich, derzeit nicht mit BASF zu sprechen.

- BASF-Aktie verliert am Freitag 2,6 Prozent
- Ausgang möglicher Evonik-Übernahme bleibt offen
- Evonik bestreitet laufende Gespräche mit BASF
- Agrar-Börsengang bis Mitte 2027 vorgesehen
Die Bestätigung möglicher Zukäufe hat die Aktionäre von BASF verunsichert: Der Ludwigshafener Chemiekonzern gab am Freitag an der Börse um 2,6 Prozent nach und schloss bei 50,89 Euro. Hintergrund der Kursabgaben sind offiziell eingeräumte Sondierungsgespräche über eine potenzielle Übernahme des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik Industries.
BASF bestätigte am Freitag Sondierungen mit der RAG-Stiftung sowie Evonik selbst über einen möglichen Erwerb des Wettbewerbers. Das Unternehmen betonte dabei ausdrücklich, dass sowohl der Fortgang als auch der Ausgang dieser Gespräche völlig offen seien.
An den Märkten sorgte der Vorstoß für Zurückhaltung bei den Papieren des DAX-Konzerns. Medienberichten zufolge verlor die Aktie im Tagesverlauf zeitweise mehr als 3 Prozent, während die Anteile von Evonik spürbar zulegen konnten.
Widersprüchliche Signale aus Essen
Für Irritation unter den Marktteilnehmern sorgte am selben Tag eine Stellungnahme von Evonik. Laut Börsenberichten teilte das Essener Unternehmen mit, dass derzeit keine Gespräche mit BASF stattfänden. Dieser Widerspruch zwischen den Aussagen der beiden Chemiekonzerne verstärkte die Unsicherheit über den tatsächlichen Stand der Annäherung.
Für BASF würde ein solcher Zukauf eine erhebliche Weichenstellung bedeuten. Der Ludwigshafener Konzern befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau und einer strategischen Neuausrichtung seiner Sparten. Ein milliardenschwerer Zukauf von Evonik brächte zusätzliche Integrations- und Finanzierungsaufgaben mit sich, weshalb Investoren auf solche Pläne zunächst mit Vorsicht reagieren.
Vorbereitungen für den Agrar-Börsengang laufen
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der das Management bereits andere Großprojekte vorantreibt. Vor rund zwei Wochen beauftragte das Unternehmen mehrere Großbanken mit den Vorbereitungen für den geplanten Börsengang der Sparte Agricultural Solutions.
Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan fungieren als globale Koordinatoren, um den Bereich bis Mitte 2027 an die Börse zu bringen. Die geplante Verselbstständigung des Agrargeschäfts gilt als zentraler Baustein der laufenden Portfoliobereinigung.
Rückenwind gab es unterdessen von der Analystenseite. Bernstein Research hatte das Kursziel für BASF am Mittwoch nach Gesprächen mit dem Management von 62 auf 63 Euro angehoben und die Einstufung auf „Outperform“ belassen. Die Experten hoben dabei ihre Ebitda-Prognose für das dritte Quartal leicht an.
Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert das Papier mit einem Schlusskurs von 50,89 Euro weiterhin rund 2,8 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Ob die Sondierungen rund um Evonik in konkrete Verhandlungen münden oder versanden, bleibt vorerst die entscheidende Frage für die Anleger.
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